Analysten rechnen mit 30% weniger Weizen in der Ukraine

Die Ukraine dürfte 2016 deutlich weniger Weizen ernten als in den Vorjahren. Nach ersten Einschätzungen wird nur mit 17,2 Mio. t gerechnet. Das entspräche einem Ru?ckgang von mehr als 30% im Vergleich zum Vorjahresresultat.

Die Ukraine dürfte 2016 deutlich weniger Weizen ernten als in den Vorjahren. Nach ersten Einschätzungen wird nur mit 17,2 Mio. t gerechnet. Das entspräche einem Ruckgang von mehr als 30% im Vergleich zum Vorjahresresultat. Die Prognose stützt sich auf die offiziellen Schätzungen der Ukraine und dem Ergebnis der ersten Crop Tour durch das französischen Beratungsunternehmen Agritel Mitte Dezember.
 
Im letzten Jahr produzierte die Ukraine noch rund 26 Mio. t Weichweizen, wovon rund 14,5 Mio. t zum Export zur Verfügung stehen. Diese hohen Zahlen dürften in der neuen Saison wohl unerreicht bleiben. Denn die Anbaufläche bei der Herbstaussaat erreichte einen historischen Tiefststand. Im Herbst 2015 wurden 5,60 Mio. ha Winterweizen gesät – die kleinste Fläche seit 10 Jahren und ein Rückgang von - 17% im Vergleich zum Vorjahr. Davon sind bisher lediglich 4,87 Mio. ha aufgelaufen. Das Problem: Zur Zeit der Aussaat herrschte in der Ukraine starke Trockenheit, die die Keimung des jungen Winterweizens erschwerte. Erste ab Ende November konnte eine Besserung der Situation beobachtet werden.
 
Die Größe der Anbaufläche allein reicht jedoch noch nicht aus, um den Produktionsrückgang in seiner Gesamtheit zu erklären. Die schwierige Wettersituation im Schwarzmeerraum setzt sich bis heute fort: Während der Winter bis Mitte Dezember relativ mild verlief, zeigte er sich ab Ende 2015 mit voller Wucht. Innerhalb von drei Tagen fiel das Thermometer in den zentralen Anbauregionen um 15°C. Seitdem schwanken die Temperaturen von -20°C bis hin zu leichten Plusgraden, so dass der Boden immer wieder friert und später antaut. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass es in der Schwarzmeerregion besonders diese Temperatursprünge sind, die zu Auswinterungsschäden fuhren.
 
Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch für die anderen Winterfrüchte (Raps, Gerste) ab, so dass sich die Anbaufläche der Winterungen insgesamt auf dem Niveau von 2007 bewegt. Die Anbaufläche von Winterraps liegt auf einem Zehnjahrestief – bei 0,65 Mio. ha. Die Trockenheit zur Aussaat im Herbst gab auch hier den Ausschlag für den Rückgang. Zu beachten ist, dass Sommerraps in der Ukraine lediglich eine untergeordnete Rolle spielt (+/- 100 000ha), so dass mit einer deutlichen Auswirkung auf das Produktionspotenzial in der Ernte 2016 zu rechnen ist.


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