Argentinien exportiert deutlich weniger Getreide und Soja

Argentiniens Soja- und Getreideexporteure haben in Erwartung besserer Ausfuhrbedingungen nach der Präsidentschaftsstichwahl vom vergangenen Sonntag (22.11.) in diesem Herbst erheblich weniger Ware ins Ausland verkauft als im Vorjahreszeitraum.

Argentiniens Soja- und Getreideexporteure haben in Erwartung besserer Ausfuhrbedingungen nach der Präsidentschaftsstichwahl vom vergangenen Sonntag (22.11.) in diesem Herbst erheblich weniger Ware ins Ausland verkauft als im Vorjahreszeitraum. Wie die Kammer der argentinischen Ölindustrie (Cámara de la Industria Aceitera de la República Argentina - CIARA) und das Zentrum der Getreideexporteure (Centro de Exprtadores de Cereales - CEC) vorige Woche mitteilten, beliefen sich die Soja- und Getreideausfuhren des südamerikanischen Landes vom 2. bis 13. November auf insgesamt 248 Mio $ (232 Mio Euro); gegenüber der ersten Novemberhälfte 2014 entsprach das einem Minus von 78 %. Die Exporte im Oktober verringerten sich im Vorjahresvergleich um 36 % auf 1,1 Mrd $ (1,0 Mrd Euro).

Insgesamt wurden laut den Zahlen von CIARA und CEC im laufenden Jahr vom 1. Januar bis zum 13. November aus Argentinien Soja und Getreide in einem Wert von zusammen gut 17,6 Mrd $ (16,4 Mrd Euro) exportiert; das waren rund 18 % weniger als im vergleichbaren Zeitraum 2014. Der Bauernverband Sociedad Rural Argentina (SRA) führte die Entwicklung auf die Wahlprogramme der beiden stärksten Präsidentschaftskandidaten zurück; dies waren Daniel Scioli von der Partei Frente para la Victoria (FpV), der auch die jetzt frisch aus dem Amt geschiedene Cristina Fernández de Kirchner angehört, und der konservative Oppositionsführer Mauricio Macri.

Beide hatten im Wahlkampf für den Fall ihres Sieges eine Verringerung oder sogar vollständige Abschaffung der Exportsteuern auf Agrarprodukte versprochen. Der SRA erklärte in einer Stellungnahme, jede Kürzung bei den Exportsteuern erhöhe die internationale Wettbewerbskraft der heimischen Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund hätten die Exporteure lieber abgewartet anstatt Ware unter den aktuellen Bedingungen auf den internationalen Markt zu bringen. Demnach dürften die Lager gut gefüllt sein. So holten zum Beispiel Argentiniens Sojaerzeuger im vorigen Frühling eine gute Ernte ein, die laut Angaben der Getreidebörse in Buenos Aires mit 61 Mio t um fast 9 % höher ausfiel als im Jahr davor. AgE


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