Schlachtviehmärkte

ASP & Corona: Droht der Schlachtkollaps?

Die Schlachtviehmärkte kommen nicht zur Ruhe. Wegen Corona schiebt die Branche seit Monaten Schlachttiere vor sich her. Und im Spätherbst kommen noch mehr Tiere.

Unser Autor: Dr. Albert Hortmann-Scholten, LWK Niedersachsen

Die Vermarktung von Schlachtschweinen und -rindern läuft seit Monaten nicht rund. Vielerorts können Viehhändler Tiere nicht zeitgerecht abnehmen, da die Schlachtunternehmen abwinken. Der Grund: Die Kapazitäten bei den Schlachtern reichen nicht. Das Nadelöhr ist dabei vor allem die Zerlegung. Hier werden besonders viele osteuropäische Fachkräfte gebraucht. Doch durch Corona funktioniert dieses System nicht mehr. In den nächsten Wochen könnte sich die Lage sogar noch zuspitzen.

Kein attraktiver Arbeitgeber

Ein Grund für den Personalmangel ist das angekündigte Verbot von Werkverträgen in der Fleischbranche. Westfleisch, Tönnies und Co. versuchen deshalb, tausende von externen Mitarbeitern zu integrieren, die bisher über Subunternehmen beschäftigt waren.

Das ist kein Selbstläufer, denn die Subunternehmen fürchten um ihr Geschäftsmodell und vermitteln ihre Fachkräfte lieber in andere Branchen wie die Logistik oder die Bauwirtschaft. Nachfrage gibt es offenbar genug, denn nach einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) lagern fast 90 % aller deutschen Unternehmen mindestens einen Arbeitsprozess mittels Werkvertrag aus.

Zudem sind Fleischunternehmen aktuell keine attraktiven Arbeitgeber. Wer täglich befürchten muss, dass sein Betrieb Corona-bedingt stillsteht, sucht sich vielleicht etwas anderes. Jüngstes Beispiel ist die vorübergehende Schließung von Weidemark in Niedersachsen.

Problematisch sind außerdem die Hygienekonzepte, die wegen der Corona-Pandemie eingeführt wurden und die Kapazitäten begrenzen....


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