Interview

Biofutter: Kommt jetzt ein Wettlauf ums Rohprotein?

Ab 2022 sind konventionelle Komponenten in Biofutter verboten. Bei der Fütterung von Hühnern und Schweinen wird es bei essenziellen Aminosäuren eng, meint Jürgen Zankl von Bioland.

Ab 2022 darf laut neuer EU-Bioverordnung Biogeflügel- und -schweinefutter keine konventionellen Komponenten mehr enthalten. Nur für Jungtiere gibt es Ausnahmen. Was bedeutet 100 %-Biofutter für den Preis?

Zankl: Wir bei Bioland gehen von steigenden Futterpreisen aus. Die konventionellen Eiweißkomponenten Kartoffeleiweiß und Maiskleber sind in Biofuttermischungen ab 2022 verboten. Die Futtermühlen schwenken dann auf teureren Bioölkuchen um. Dazu fehlt Ware aus Umstellungsbetrieben, die als Futtermittel einsetzbar ist. Viele haben die Umstellungszeit jetzt hinter sich.

Woher kommt die Preissteigerung?

Zankl: Konventioneller Maiskleber und Kartoffeleiweiß sind hochkonzentrierte Eiweißlieferanten mit hoher Eiweißqualität. Da können Bioölkuchen von Sonnenblumen und Soja nicht mithalten. Sie enthalten nach dem rein mechanischen Pressen immer Restmengen Öl und besitzen geringere Eiweißqualität. Die Futtermühlen müssen von diesen Biokuchen größere Mengen einmischen, damit Biotiere genügend essenzielle Aminosäuren bekommen. Solange der Lysinbedarf der Schweine oder der Methioninbedarf der Hühner nicht gedeckt ist, nützen hohe Eiweißmengen im Futter...


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