Biogeflügelhaltung wird im Wachstum behindert

Die Ausweitung der Biogeflügelhaltung in Deutschland wird aktuell sowohl durch die marktlichen Rahmenbedingungen als auch die politischen und behördlichen Vorgaben erschwert. Dies ist das Ergebnis der Verbundstudie „Analyse des Bio-Geflügelmarktes“.

Im Biogeflügelbereich geht noch mehr... (Bildquelle: ForFarmers)

Die Ausweitung der Biogeflügelhaltung in Deutschland wird aktuell sowohl durch die marktlichen Rahmenbedingungen als auch die politischen und behördlichen Vorgaben erschwert. Dies ist das Ergebnis der Verbundstudie „Analyse des Bio-Geflügelmarktes“, deren Ergebnisse die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) und die Universität Kassel am vergangene Woche vorgelegt haben. Demnach wird das Branchenwachstum durch das Fehlen regionaler Schlachthöfe gedämpft. Hinzu komme, dass Baugenehmigungen für neue Schlachthöfe und Ställe sowie Schlachtgenehmigungen generell nur schwer zu bekommen seien. Außerdem herrsche bei der Vermarktung ein großer Preisdruck durch den Einstieg größerer Mastbetriebe.

Der Studie zufolge wünschen sich die befragten Landwirte mehr Planungssicherheit und finanzielle Zuschüsse für Stallum- und -neubauten, die für die Haltung von Biogeflügel erforderlich sind. Die Politik sollte daher für verlässliche rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen sorgen und zudem den Bau regionaler Schlachthöfe finanziell unterstützen. Viele umstellungswillige Betriebe hätten nicht genug Auslauf- und Futterflächen für die flächengebundene ökologische Tierhaltung. Deshalb seien sie gut beraten, verstärkt mit benachbarten Ackerbaubetrieben zu kooperieren und Futter-Mist-Kooperationen aufzubauen. Nach Einschätzung der Ökomarktexperten ist es insbesondere für kleinere Betriebe sinnvoll, sich zu einer Erzeugerorganisation zusammenzuschließen. Nur so könne es gelingen, die großstrukturierten Kanäle des Lebensmitteleinzelhandels zu bedienen.

Auf Kundenkontakt setzen

Auf Seiten der Verbraucher gibt es laut den Studienergebnissen größtenteils die Bereitschaft, einen Mehrpreis für Biogeflügel zu zahlen. Allerdings entspreche nur bei knapp der Hälfte der Befragten die Zahlungsbereitschaft den am Markt gängigen Preisen für Ökogeflügel. Zudem wünschten sich viele Verbraucher eine bessere Verfügbarkeit und gäben Hofläden und Wochenmärkte als präferierte Einkaufsstätten für Biogeflügel an. Den Ökogeflügelhaltern empfehlen die Studienverfasser deshalb, verstärkt auf Kundenkontakt zu setzen. Außerdem gelte es, die Verbraucher für die Verwertung des ganzen Tieres zu gewinnen und nicht nur auf Brustfilets zu setzen.

Für die Studie wurden bundesweit alle marktrelevanten Geflügelhalter, Schlachtereien sowie Verarbeiter und Berater nach Chancen und Herausforderungen bei der Weiterentwicklung des Marktsegmentes befragt. Ergänzend wurde eine Befragung von 644 Verbrauchern in vier Regionen Deutschlands durchgeführt. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). AgE

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Agra Europe (AgE)

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Nichts Neues?

Anscheinend sind die Probleme der konventionellen Geflügelhaltung langsam auch bei der Biobranche angekommen: fehlende Stallbaugenehmigungen, Kosten- bzw. Preisdruck etc.

von Jörg Meyer

typisch uni Kassel

am wahren Leben vorbei, siehe z.B. Biogeflügel Hofer Österreich wird zum Teil eingestellt...

von Christian Bothe

Wozu brauchen wir das?Es gibt keine Geschmacksunterschiede und genug konventionelle Halter...

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