Bioland im Lidl: Passt das? Plus

Bioland-Waren gibt es künftig bei Lidl. Klappt das? Wir haben bei Verantwortlichen und Landwirten nachgefragt.

Der Lebensmittel-Discounter Lidl und der Bioland-Anbauverband machen künftig gemeinsame Sache: Lidl verkauft Bioprodukte nicht mehr allein unter seiner Eigenmarke „BioOrganic“, sondern rund ein Viertel des Öko-Sortiments soll ab 2019 das Bioland-Markenlogo tragen. Seit einigen Wochen gibt es bereits Äpfel und Gartenkräuter mit dem grünen Logo des Verbandes. Molkereiprodukte, Obst und Gemüse, Mehle und Kartoffeln folgen 2019. Wie erklären Bioland und Lidl die Zusammenarbeit? Bioland Präsident Jan Plagge und der Lidl-Einkaufsleiter Jan Bock beantworten unsere Fragen zur geplanten Allianz.

Herr Plagge, warum arbeitet Bioland mit einem großen Discounter zusammen?

Plagge: Mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) arbeiten wir seit langer Zeit gut zusammen. Auch mit Regionalgesellschaften der Edeka gibt es eine Partnerschaft. Lidl ist zusätzlich auf Bioland zugekommen und wollte eine Partnerschaft entwickeln. Wir haben lange diskutiert und entschieden, dass wir keinen Vertriebsweg ausschließen können und wollen. Allerdings haben wir Hürden und Kriterien definiert, damit unsere Werte und Prinzipien auch im LEH gesichert bleiben. Lidl hat sich diesen Vorgaben glaubwürdig gestellt und sich verpflichtet, sie einzuhalten.

Bock: Bioland ist der führende Verband für ökologischen Landbau und der perfekte Partner für uns. Wir teilen das Ziel, dem Verbraucher auf breiter Basis Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln aus heimischem Bio-Anbau nach strengen Richtlinien zu verschaffen. Dazu brauchen wir als großer Lebensmittelhändler eine hohe Warenverfügbarkeit, die der Verband mit seinen rund 7300 Landwirten sicherstellen kann. Zudem hat Bioland eine hohe Glaubwürdigkeit. Das wurde auch im Vorfeld der Zusammenarbeit sichtbar, in der Bioland mit vielen Detailfragen sehr ernsthaft an die Kooperation herangegangen ist.

Warum haben Sie Bioland gewählt?

Bock: Die Zusammenarbeit mit Bioland und die schrittweise Umstellung unseres Bio-Sortiments auf den hohen Bioland-Standard ist ein konsequenter nächster Schritt auf unserem Weg, Deutschlands nachhaltigster Discounter zu werden. Denn die sieben Bioland-Prinzipien tragen zu einer zukunftsfähigen Lebensmittelherstellung und Landwirtschaft bei. Mit einem erweiterten Bioland-Angebot ermöglichen wir Millionen von Verbrauchern den Zugang zu hochwertigen Bio-Produkten und erfüllen ein weiteres Qualitätsversprechen.

Welche Chancen verspricht sich Bioland davon?

Plagge: Unser Ziel ist, den ökologischen Landbau zu fördern und voranzubringen. Je mehr Betriebe auf diese Art der Landbewirtschaftung umstellen, desto mehr profitieren Umwelt, Nutztiere und die Verbraucher. Mit dieser Haltung ist es nur konsequent, auch die Vertriebswege auszuweiten. Allerdings soll dies nicht im Rahmen der klassischen Austauschbarkeit geschehen, sondern in einer langfristigen stabilen Partnerschaft zwischen Handel, Herstellern und Erzeugern.

Verglichen mit anderen Discountern haben Sie im Biobereich „Nachholbedarf“. Welche Marktanteile wollen Sie erreichen?

Bock: Bio ist ein strategisches Thema, das Lidl bereits seit langer Zeit intensiv vorantreibt. Auch wenn wir noch nicht an erster Stelle im Markt stehen, wollen wir den Umsatzanteil von Bio-Produkten in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Mit einem erweiterten Bioland-Angebot bieten wir unseren Kunden die Wahlmöglichkeit, mehr hochwertiges heimisches Bio zu kaufen. Wir ergänzen damit ideal unser Sortiment und sprechen auch...

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Diskussionen zum Artikel

von Stefan Nieberg

Konventionelle Preise?

Was hat diese Vereinbarung eigentlich für Auswirkungen auf die konventionelle Fleischerzeugung und deren Menge und Vermarktung?

von Rudolf Rößle

Bio

gegen Bio. Wird hier nicht an den Daumenschrauben auch im Biobereich gedreht? Was ist am EU- Bio so schlecht?

von Stefan Nieberg

Konventionelle Preise?

Was hat diese Vereinbarung eigentlich für Auswirkungen auf die konventionelle Fleischerzeugung und deren Menge und Vermarktung?

von Jörg Meyer

Sowohl Bioland als auch Lidl

brauchen Marktwachstum, das verbindet erstmal! Bio soll z.B. in Hessen auf 25 % Marktanteil (oder Flächeanteil??) wachsen und die ehemaligen Discounter kämpfen in Deutschland mit stagnierenden Umsatzzahlen. Da kann man schon auf die Idee kommen gemeinsam die Probleme zu lösen. Aber ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Ich wünsche den Biobetrieben, dass sich das Versprechen von Lidl, nachhaltige Preise.....

für die Betriebe zu garantieren, auch nicht so schnell in Luft auflöst. Wir haben alle schon oft genug Erfahrungen in dem Bereich gemacht, wo nach einer gewissen Zeit, die Preisstabilität dem Unternehmer- Denken des Handels, Platz machen musste! So werden Bemühungen, gleich welcher ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Kostendeckende Preise für Bioware von Lidl !!!!!

Also Licht am Ende des Tunnels. Dann können wir die Überförderung der Ökobetriebe ersatzlos streichen. Warum sollten Großkonzerne auf Kosten der Steuerzahler leben.

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