Handelsbilanz

Brexit lässt britische Lebensmittelexporte in die EU stark einbrechen

Der Brexit hat zu einem starken Einbruch des Exportes von Lebensmitteln von Großbritannien in die EU geführt. Betroffen waren vor allem Milchprodukte.

Die britischen Lebensmittelexporte in die EU sind nach dem Brexit deutlich gesunken. In den ersten drei Monaten des Jahres sanken die Exportumsätze um fast die Hälfte (47 %) auf rund 1,7 Mrd. Pfund (knapp 2 Mrd. Euro), schreibt die Deutsche Presseagentur (dpa) mit Verweis auf die britische Food and Drink Federation.

Schaut man noch ein Jahr weiter zurück, liegt der Rückgang der Exporte nach Europa sogar bei 55 %. „Der Verlust von zwei Milliarden Pfund an Exporten in die EU ist ein Desaster für unsere Branche“, zitiert die dpa den internationalen Handelschef des Verbandes, Dominic Goudie. „Es ist ein klares Anzeichen für das Ausmaß der Verluste, mit denen britische Hersteller langfristig wegen neuer Handelshürden in der EU konfrontiert sind.“

Am härtesten traf es die Hersteller von Milchprodukten, deren Exporte um 90 % zurückgingen. Bei den Käse-Exporten in die EU lag der Rückgang bei zwei Dritteln.

Zum Jahreswechsel hat Großbritannien den EU-Binnenmarkt und die Zollunion endgültig verlassen. Zuvor galt noch eine Brexit-Übergangsphase, in der weitgehend die gleichen Regeln galten wie zuvor. Zwar einigten sich London und Brüssel wenige Tage vor Ablauf der Frist noch auf einen gemeinsamen Handelspakt, der Zölle weitgehend vermeidet. Allerdings ist der Handel durch Kontrollen und Formalitäten trotzdem deutlich aufwändiger geworden.