Erntedruck

Chicago-Sojabohnen im Abwärtstrend

In den USA läuft die Sojabohnenernte auf Hochtouren, die Bestände sind aber nur mäßig entwickelt. Trotzdem stehen die Kurse unter Druck.

Die Futures auf Sojabohnen an der Terminbörse in Chicago bewegen sich seit der ersten Junihälfte 2021 in einem mittelfristigen charttechnischen Abwärtstrend. Der vordere Bohnenkontrakt mit Fälligkeit im November 2021 kostete am vergangenen Freitag (8.10.) gegen 13.30 Uhr hiesiger Zeit 12,56 $/bu (397 Euro/t); das waren aber immerhin 0,7 % mehr als der Schlusskurs der Vorwoche. Auf diesem Niveau befindet sich nach Einschätzung von Analysten eine charttechnische Unterstützungszone. Wenn diese Linie deutlich nach unten durchbrochen werde, seien aber weitere Kursverluste wahrscheinlich, hieß es.

Große Sojabohnenernte

Unterdessen gehen wichtige Marktakteure davon aus, dass das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) seine Prognose für die globalen Lagerendbestände an Sojabohnen für die laufende Vermarktungssaison am Dienstag dieser Woche (12.10.) nach oben anpassen dürfte. Außerdem sei der Export von US-Ware zuletzt deutlich rückläufig gewesen. Derweil geht die Bohnenernte in den USA rasch voran, wobei die Feldbestände aber nur recht mäßig entwickelt sind: Bei der amtlichen Bonitierung mit Stand vom vorvergangenen Sonntag wurden lediglich 58 % der Flächen in den Hauptanbaugebieten in die Klassen „gut“ bis „hervorragend“ eingestuft; das waren 6 Prozentpunkte weniger als zum Vorjahreszeitpunkt.

Indes gab es auch „bärische“ neue Daten aus Südamerika. Die dem brasilianischen Agrarressort zugeordnete Versorgungsgesellschaft Conab in Brasília bezifferte am Donnerstag die Bohnenernte im eigenen Land in einer ersten Prognose für 2021/22 auf einen Rekord von 140,75 Mio t. Außerdem passten die Fachleute ihre Schätzung für das Sojaaufkommen in der laufenden Vermarktungssaison um 1,4 Mio t auf 137,3 Mio t nach oben an. AgE


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