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Deutliches Umsatzminus bei Tönnies

„Das Jahr 2021 war für uns nicht zufriedenstellend“, sagt Clemens Tönnies. Am eingeleiteten Transformationsprozess halte man aber fest.

Lesezeit: 4 Minuten

Die gesamte Fleisch- und Wurstbranche hatte 2021 mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Diese Entwicklung ging auch an Marktführer Tönnies nicht spurlos vorbei. Der Umsatz der Unternehmensgruppe reduzierte sich um rund 800 Mio. € auf rund 6,2 Mrd. Euro.

Dies ist laut Tönnies vor allem auf durchgängig niedrige Erzeugerpreise und stark gesunkene Tierzahlen in Deutschland zurückzuführen. Die Branche war 2021 zudem geprägt von Corona und der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Durch die Pandemie waren Gastronomie, Mensen und Co. wochenlang geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet sowie Großhandelsunternehmen massiv betroffen. Zudem blieben Fußballstadien leer, große Familienfeiern und Hochzeiten fielen aus. Der Fleisch- und Wurstverzehr ging dadurch automatisch zurück.

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„Das Jahr 2021 war für uns nicht zufriedenstellend“, sagt Clemens Tönnies, Geschäftsführender Gesellschafter der Tönnies Unternehmensgruppe. Trotz des schwierigen Jahres konnte sich das Familienunternehmen aber behaupten und Marktanteile hinzugewinnen. „Und wir sind absolut überzeugt, dass wir mit dem eingeleiteten Transformationsprozess und dem qualitativen Wachstum hin zu mehr Tieren aus höheren Haltungsformen die Weichenstellungen für eine Trendumkehr eingeleitet haben.“ So stammten heute rund 50 Prozent aller Tiere bei Tönnies dank ausgebauter Tierwohlprogramme aus übergesetzlichen Haltungsformen.

"Haben zu lange an Werkverträgen festgehalten."

Zu den Weichenstellungen für die Zukunft gehört aber auch das Ende der Werkverträge in der Fleischindustrie seit dem 1. Januar 2021. Ein Paradigmenwechsel für die gesamte Branche – und ein Kraftakt für Unternehmen wie Tönnies. „Wir weinen dem Werkvertrag aber keine Träne nach. Als Branche haben wir zu lange daran festgehalten. Das war sicherlich ein Fehler. Wir als Marktführer hätten den Wandel früher vorantreiben müssen“, sagt Clemens Tönnies selbstkritisch.

Daher treibt die Unternehmensgruppe auch den Transformationsprozess der gesamten Ketten weiter konsequent voran. Auf die ehemaligen Dienstleister setzt Tönnies nur noch im Bereich der Vermittlung von Arbeitskräften. Doch auch dies wird die Unternehmensgruppe sukzessive in eigene Strukturen überführen. „Wir wollen das hinter uns lassen und auf eigene Beine stellen“, unterstreicht Martin Bocklage, Geschäftsführer Personal. Dafür hat das Unternehmen bereits mehrere Vermittlungs-Büros in Serbien und Polen aufgebaut und etabliert, weitere folgen unter anderem in Rumänien. Vorangetrieben hat Tönnies zudem den allgemeinverbindlichen Tarifvertrag.

Projekt mit dem WWF zur Entwaldungsfreiheit entlang der Lieferketten

Parallel dazu setzt Tönnies auch den eingeschlagenen Weg der Nachhaltigkeitsagenda „t30“ weiter fort. „Wir wollen nachhaltig Lebensmittel produzieren und die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland stärken“, verdeutlicht Dr. Gereon Schulze Althoff, Leiter Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit, die Strategie. Um wirtschaftlich erfolgreich zu agieren, sind Nachhaltigkeit und Umweltschutz für die Unternehmensgruppe unabdingbar.

So investierte Tönnies im vergange-nen Jahr trotz der schwierigen Marktlage einen dreistelligen Millionenbetrag in Nachhaltigkeit und Automatisierung. „Effizienz und Nachhaltigkeit stehen in keinem Widerspruch. Es ist unsere Aufgabe, die Versorgungssicherheit mit Tierschutz, Umweltschutz, sozialer Verantwortung und einem für die gesamte Kette fairen Preis in Einklang zu bringen“, erläutert Dr. Schulze Althoff.

Die Tönnies Unternehmensgruppe arbeitet in diesem Zuge beispielsweise mit der Umweltorganisation WWF zusammen. In der Projektgruppe geht es um entwaldungsfreie Soja-Lieferketten. „Wir schätzen die Bemühungen des WWF und anderer NGOs in diesem Bereich sehr. Wir sind hochmotiviert, an den Verfahren und Regeln mitzuarbeiten, um wertvolle Ökosysteme wie Regenwälder und Savannen zu schützen“, sagt Thomas Dosch, Leiter des Hauptstadtbüros von Tönnies. „Wir wissen, dass wir als Wirtschaft in Deutschland geschlossen noch mehr gegen die Entwaldung tun müssen. Wir haben uns auf den Weg gemacht."

Gemeinsamer Prozess mit den Futtermittelherstellern

„Der komplette Verzicht auf Soja aus Regenwaldgebieten und wertvollen Savannen Südamerikas ab 2023 ist ein bedeutender Beitrag zur Rettung der wichtigen, ökologischen Ressourcen für die Welt und das Klima“, erläutert Dr. Wilhelm Jaeger, Leiter Landwirtschaft bei Tönnies. „Die positiven Signale aus der Futtermittelwirtschaft bestätigen uns in unserer Entscheidung“. Ziel ist, dass die an Tönnies gelieferten deutschen Schweine weitgehend mit heimischen Eiweißfuttermitteln und bei Soja nur mit zertifizierten Komponenten gefüttert werden, die nicht aus Abholzungsflächen stammen.

Zur Umsetzung des Ziels hat Tönnies einen gemeinsamen Prozess mit den Futtermittelherstellern initiiert. Deren Mitwirken ist zentral für den Erfolg des Projektes. Sie importieren die auf Soja basierten Eiweiß-Futtermittel, die Bestandteil heimischer Futtermischungen in Deutschland sind. Der Ausschluss von Soja aus den Tropenwaldgebieten ist einer von mehreren Maßnahmen im Rahmen der Nachhaltigkeitsagenda „t30“ der Tönnies Unternehmensgruppe.

Die Unternehmensführung blickt optimistisch und zuversichtlich in die Zukunft. Ein großer Vorteil ist die Vielschichtigkeit der Gruppe. Denn Tönnies ist längst nicht mehr nur Schlacht- und Zerlegebetrieb, sondern Lebensmittelproduzent. Neben Fleisch und Wurst produziert das Familienunternehmen Saucen, Suppen und sehr erfolgreich auch vegetarische und vegane Produkte.

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