Nach Preisabsprachen

AGRAVIS sieht sich auf Kurs

Der AGRAVIS-Chef ist überzeugt, dass Landwirten wegen der vom Kartellamt sanktionierten Preisabsprachen im Pflanzenschutzmittelhandel kein Nachteil entstanden ist.

Nachdem die AGRAVIS Raiffeisen AG im Jahr 2019 aufgrund der Kartellstrafe einen Verlust hinnehmen musste, sieht der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler das Agrarhandelsunternehmen nach der Hälfte des aktuellen Geschäftsjahres auf Kurs.

„Wir sind für 2020 auf Plan. Beim Umsatz liegen wir auf Vorjahresniveau, beim Ergebnis peilen wir weiterhin 30 Mio Euro an“, erklärt Köckler im Interview mit AGRA-EUROPE. Er betont, am Ziel der „dauerhaften Dividendenfähigkeit“ festhalten zu wollen, nachdem die Dividende 2019 nach roten Zahlen ausfallen musste.

Der AGRAVIS-Chef ist überzeugt, dass Landwirten wegen der vom Kartellamt sanktionierten Preisabsprachen im Pflanzenschutzmittelhandel kein Nachteil entstanden ist. Es sei niemals darum gegangen, den Kunden zu schaden. „Die tatsächlichen Preise für Pflanzenschutzmittel sind von diversen Marktparametern abhängig und werden zwischen Verkäufer und Käufer immer individuell ausgehandelt“, stellt Köckler klar. Stand heute lägen der AGRAVIS keine Schadensersatzforderungen von Landwirten vor.

Wer macht am Ende das Rennen?

Den Vorstandsvorsitzenden treibt die Sorge um, dass die Entscheidung des Bundeskartellamtes zu Strukturveränderungen im Agrarhandel führt und langfristig negative Auswirkungen auf den Wettbewerb haben kann. „Wir fordern von Seiten des Kartellamtes Klarheit ein, wie die besondere Form der genossenschaftlichen Zusammenarbeit langfristig bewertet wird beziehungsweise wie Kartellrecht und genossenschaftliche Zusammenarbeit in Einklang zu bringen sind - gerade auch in Hinblick auf die verschiedenen digitalen Geschäftsprozesse, die noch vor uns liegen“, so der AGRAVIS-Chef.

Für eine Zusammenarbeit mit den Betreibern digitaler Handelsplattformen zeigt sich Köckler offen. Es bleibe jedoch abzuwarten, welches der neuen Angebote sich am Markt am Ende durchsetzen werde. Der persönliche Kontakt bleibe ungeachtet der digitalen Transformation auch künftig unerlässlich.


Diskussionen zum Artikel

von Frank Groenewold

Agravis

Bei uns im weser-Emsgebiet werden viele Lager dichtgemacht.Unrentabel.

von Hinrich Peters

Dividende

Wenn uns kein Schaden entstanden ist, heisst das ja nichts anderes, als dass uns die Dividende für 2019 noch ausbezahlt wird.

von heino fullriede

kein Schaden ?

und in Afrika ist Muttertag ! Es ist besser wenn er das M....hält.

von Klaus Fiederling

Ein schlechtes Gewissen ist ein Zeuge, den man Tag und Nacht mit sich herumträgt (Juvenal)

Um uns herum tummeln sich in Scharen die Philanthropen - man fordert stets nur der Bauern Bestes, und das ganz. // Werter Herr Dr. Klöckler, zunächst haben die vertrauensseligen Bauern von ihren Partnern der Landwirtschaft die überteuerten Pflanzenschutzmittel eingekauft; jetzt latzen ... mehr anzeigen

von Renke Renken

Die lügen,

das sich die Balken biegen..... Wenn nichts und Niemanden ein Schaden entstanden ist, warum dann eine Kartellstrafe? Und die Strafe zahlen die Herren Geschäftsführer und Vorstände natürlich aus ihrer Privatschatulle, damit keinem Mitglied auch nur der geringste Nachteil entsteht. ... mehr anzeigen

von Gerd Schuette

.

Verkaufspreise werden abgestimmt bzw abgesprochen und niemand hat einen Schaden? Eine Kartellstrafe für nichts? So richtig überzeugend kommt das nicht rüber.

von Willy Toft

Aber auch kein "Vorteil"! UND wer wird die Strafe jetzt indirekt bezahlen?

Richtig, das geht nur wenn die Mittel teurer werden, also die Landwirtschaft! Komisch, dass Konzentrationen um die Landwirtschaftliche Branche, gleich mit Kartellsünden belegt werden, und das der LEH sich so ungestört entwickeln konnte bisher! Ein Schelm wer da Böses denkt, aber in ... mehr anzeigen

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