Ausblick

Droht am Kartoffelmarkt ein Überangebot? Plus

Am Kartoffelmarkt wehen die sprichwörtlichen Fahnen auf Halbmast. Das relativ reichliche Angebot trifft auf eine enttäuschende Nachfrage. Es gibt allerdings einen Hoffnungsschimmer.

Unser Autor: Christoph Hambloch, Marktexperte der AMI in Bonn

Kartoffelerzeuger sehen mit skeptischen Gefühlen in die Zukunft. Die diesjährige Frühkartoffelsaison endete mit schwach gestimmten Preisen, und die Marktaussichten für die Haupternte sind auch nicht gerade berauschend:

  • Ausgedehnte Anbauflächen bei zumindest durchschnittlichen Erträgen sowie noch nicht vermarktete Frühkartoffeln sprechen für ein reichliches Angebot in Deutschland. Und Wettbewerber aus Nachbarländern, vor allem aus Frankreich, haben unseren Markt ebenfalls im Visier.

  • Die Nachfrage tritt auf der Stelle. Der Außer-Haus-Verzehr leidet noch unter der Coronakrise. Zudem gibt es kaum Aussichten auf umfangreiche Exporte, und die Absatzkrise der Pommes frites-Industrie verdirbt die Stimmung am Kartoffelmarkt auch noch.

Optimisten hoffen, dass ein steigender Frischkartoffelkonsum die Nachfrage etwas anregt, oder Ausbeuteverluste durch Drahtwurm und zu viel Stärke das Angebot begrenzen. Noch ist das aber nichts als Spekulation.

Anbau legte erneut zu

An den stetig wachsenden Anbauflächen gibt es hingegen wirklich nichts zu rütteln. Seinen Tiefpunkt hatte dieser Betriebszweig im Jahr 2015 mit etwa 237000 ha. Seither geht es mit dem Anbau wieder aufwärts. In diesem Frühjahr hatten viele Landwirte z.B. noch das attraktive Preisniveau der Saison 2019/20 vor Augen und haben deshalb noch mehr Kartoffeln angebaut.

Es gibt allerdings unterschiedliche Angaben. Vorläufigen statistischen Erhebungen zufolge sollen es in Deutschland ca. 275.000 ha geworden sein. Das wären gerade einmal 3000 ha mehr als im Vorjahr. In NRW soll die Fläche demnach sogar kleiner geworden sein. Aber dem widersprechen Auswertungen der Flächenbeihilfeanträge (InVeKos). Danach ist auch das Areal in NRW erneut gewachsen. Der Flächenzuwachs in Deutschland könnte also auch bei 5.000 bis 6.000 ha liegen. Zuwächse gibt es bei Pflanz-, Stärke- und Konsumkartoffeln.

Bezogen auf das gesamte Westeuropa ist der Zuwachs der Kartoffelflächen noch kräftiger als bei uns. Allein der...

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Weil die Bauern den Kartoffelanbau ausgeweitet hatten, gibt es knapp 9 % mehr Kartoffeln dieses Jahr. Das BMEL hat die Erntezahlen veröffentlicht.


Diskussionen zum Artikel

von Josef Doll

Ich hoffe auf

Die wir haben es Satt Organisatoren das Sie ihren Mitglieder empfehlen mehr Kartoffeln zu essen oder dafür zu sorgen das es Arme in armen Länder als Unterstützung bekommen. Denn in vielen Kommentaren zur Frittenkartoffel schwemme sollten das die Landwirte übernehmen. Ihr Verlust ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Die Hoffnung stirbt bekanntlich

Zu letzt - das Dessster war doch im Frühjahr ab 18.3 bekannt warum wurde dann die Anbaufläche ausgedehnt? Es saßen doch noch zig Tausend Alternative im Lager??

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