DRV erwartet schlechteste Ernte seit 2011

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) stellt in seiner aktuellen Ernteschätzung eine enttäuschende Prognose: Er geht von einer Getreideernte in Höhe von 43,8 Millionen Tonnen aus. Das bereits unterdurchschnittliche Vorjahresergebnis von 45,5 Millionen Tonnen wird damit deutlich unterschritten.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) stellt in seiner aktuellen Ernteschätzung eine enttäuschende Prognose: Er geht von einer Getreideernte in Höhe von 43,8 Millionen Tonnen aus. Das bereits unterdurchschnittliche Vorjahresergebnis von 45,5 Millionen Tonnen wird damit deutlich unterschritten. „Gründe dafür sind die hohen Temperaturen und fehlenden Niederschläge der vergangenen Wochen in weiten Teilen Deutschlands. Es könnte sogar passieren, dass sich eine Mähdrescherernte auf einzelnen Flächen nicht lohnen wird“, sagte DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers vor Journalisten in Berlin.
 
Während die Bestände im Westen und Süden des Landes in der Summe gut mit Niederschlägen versorgt sind, zeigt sich im Norden und Nordosten ein anderes Bild. Dort haben die Kulturen unter dem fehlenden Regen und der Hitze gelitten. In manchen Regionen sind seit sechs Wochen keine nennenswerten Niederschlagsmengen mehr gefallen. Die Bestände zeigen daher teilweise deutliche Trockenschäden. Dies betrifft insbesondere die Gerste, die auf leichten Standorten bereits notreif wird. Sollte sich das Wetter der vergangenen Wochen fortsetzten, könnte die Ernte in den nördlicheren Bundesländern bereits zum Monatsende beginnen.
 
Insgesamt leiden die Ackerfrüchte gegenwärtig nicht nur in weiten Teilen Deutschlands unter Trockenheit, sondern auch in anderen Regionen des Ostseeraums wie Dänemark, Südschweden und Polen. Die hochsommerlichen Temperaturen haben darüber hinaus dazu geführt, dass der Mitte April noch festzustellende Vegetationsrückstand zum langjährigen Mittel von zwei Wochen mehr als aufgeholt wurde. Vielmehr ist derzeit ein Vegetationsvorsprung von ein bis zwei Wochen festzustellen.
 
Die Weizenernte wird auf 22,9 Millionen Tonnen und damit deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 24,5 Millionen Tonnen geschätzt. Bei Wintergerste rechnet der Verband aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse mit einer Erntemenge von 8,4 Millionen nach gut 9 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Der Roggen wird mit gut 2,7 Millionen Tonnen auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Vorjahr gesehen.
 
Bei der Sommergerste wird mit einem Ergebnis von knapp 2,3 Millionen Tonnen gerechnet. Der deutliche Zuwachs im Vergleich zum vergangenen Jahr ist aber ausschließlich auf die erheblich angestiegene Anbaufläche zurückzuführen. Der Körnermais wird mit gut 4,3 Millionen Tonnen ähnlich wie im Vormonat bewertet.
 
Die Ernteprognose von Winterraps wurde witterungsbedingt ein weiteres Mal leicht nach unten angepasst. Gegenwärtig rechnet der Verband nur noch mit einer Erntemenge von gut 4,0 Millionen Tonnen. Damit würde in diesem Jahr die zweitniedrigste Erntemenge der vergangenen zehn Jahre eingefahren werden.
 
Die Raiffeisen-Genossenschaften und deren Mitglieder hoffen auf ausgiebigen Regen in den kommenden Wochen, damit sich die Ernteaussichten nicht weiter verschlechtern.

Artikel geschrieben von

Andreas Beckhove

Redakteur Markt

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Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Paul Siewecke

das wird wohl nix...

Die Ernteschätzungen dürften deutlich zu optimistisch angesetzt sein... Das Wetter wird schon noch dafür sorgen!

von Albert Maier

Schon gemerkt?

Bei schlechten Ernteprognosen kommt ein Axialdrescher auf Bild, bei guten ein F.... Ein Schelm, wer böses unterstellt :-)

von Wilhelm Grimm

An alle Freunde der Mengensteuerung !

Nun habt ihr sie. Die Preise könnten moderat anziehen, den entscheidenden Einfluss auf die Preise werden aber die Importmöglichkeiten haben.

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