Russischer Investor

Erneute Kritik an geplantem Verkauf der Borealis-Düngemittelsparte an EuroChem

Angesichts der Ukrainekrieges und der russischen Energieerpressung halten es die Bauern für nicht nachvollziehbar, dass man jetzt noch über den Verkauf der Düngerproduktion an die Russen nachdenkt.

Ihre Kritik am geplanten Verkauf des Stickstoff- und Düngemittelgeschäfts von Borealis an den russischen Konzern EuroChem hat die Landwirtschaftskammer Niederösterreich bekräftigt.

Dass ein teilstaatliches Unternehmen die für die Eigenversorgung Österreichs so wichtige Düngemittelsparte verkaufe, sorge für völliges Unverständnis in der Bauernschaft, erklärte Kammerpräsident Johannes Schmuckenschlager.

Um die Produktion von und die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln sicherstellen zu können, brauchten die Bauern die notwendigen Betriebsmittel. Die steigenden Kosten für Energie, Dünger- und Futtermittel hätten die bäuerlichen Betriebe in den letzten Monaten ohnehin massiv unter Druck gesetzt.

Der stellvertretende Landeshauptmann von Niederösterreich, Dr. Stephan Pernkopf, zeigte sich ebenfalls verärgert über den anstehenden Verkauf: „Ich habe null Verständnis dafür, dass die letzte Stickstoffproduktion in Österreich an einen ausländischen Konzern verkauft werden soll; das macht die Lage der Inlandsversorgung nicht besser.“

Pernkopf wies darauf hin, dass ein Kartellanwalt eingeschaltet worden sei. Aufgrund der Größe des geplanten Deals habe die EU das Recht und vielmehr auch die Pflicht, den Verkauf äußerst kritisch unter die Lupe zu nehmen. Borealis hat nach eigenen Angaben von EuroChem ein verbindliches Angebot erhalten, das Pflanzennährstoffe, Melamin sowie technische Stickstoffprodukte umfasst; der Kaufpreis soll sich auf rund 455 Mio. € belaufen. Betroffen ist unter anderem die Düngemittelherstellung in Linz mit etwa 700 Mitarbeitern.

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