Erste DRV-Ernteschätzung: Grundstein ist gelegt

Die Getreidebestände haben das Winterhalbjahr ohne nennenswerte Schäden überstanden. Daher stehen die Zeichen für eine solide Getreideernte in diesem Jahr gut.

Das betont Guido Seedler, Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV). In seiner ersten Schätzung für dieses Jahr geht der Verband von einer Getreideernte in Höhe von 47,1 Millionen Tonnen aus. Das Ergebnis liegt erheblich über dem enttäuschenden Wert des Vorjahres (+ 24,1 %) und erreicht den Fünf-Jahres-Durchschnitt.

Rapsernte noch unterhalb des enttäuschenden Vorjahres

Dagegen fällt die Prognose für Raps enttäuschend aus. Hier geht der Verband von einer Erntemenge in Höhe von 3,2 Millionen Tonnen nach 3,7 Millionen Tonnen im Vorjahr aus (- 13,0 %). Grund für dieses historisch niedrige Ergebnis ist ein dramatischer Einbruch bei den Aussaatflächen. Während zur Ernte 2018 noch rund 1,2 Millionen Hektar bestellt wurden, reduzierte sich die Fläche aufgrund der ausgeprägten Sommertrockenheit im vergangenen Jahr auf 917.000 Hektar (- 25,1 %). „Die Bestände haben sich nach den schwierigen Startbedingungen aufgrund des feuchten und milden Novembers oftmals noch gut entwickelt und den Winter weitgehend unbeschadet überstanden. Lediglich im Norden und Nordosten sind die Bestände teilweise sehr schwach, hier drohen weitere Umbrüche“, so Seedler weiter.

Grünroggen dürfte vermehrt als Futter eingesetzt werden

Besonders positiv entwickeln könnte sich die Roggenernte. Hier geht der DRV von einer Erntemenge in Höhe von 3,6 Millionen Tonnen (+ 62,3 %) aus. Dieser Zuwachs ist in hohem Maße auf eine deutlich angestiegene Anbaufläche zurückzuführen (+ 21,2 %). „Allerdings bezweifeln wir, dass diese Flächen auch komplett gedroschen werden. Aufgrund der Futterknappheit in vielen Vieh haltenden Betrieben dürfte ein hoher Anteil der zusätzlichen Anbaufläche als Grünroggen geerntet werden“, betont der DRV-Experte.

Bei Sommergerste geht der DRV von einer Aussaatfläche in Höhe von 370.000 Hektar aus (- 16,8 %), für Hafer und Sommerweizen werden 130.600 Hektar (- 7,0 %) beziehungsweise 45.400 Hektar (- 59,8 %) erwartet. Die Fläche für Körnermais wird mit 448.100 Hektar spürbar über dem Vorjahr prognostiziert (+ 9,0 %).

Aussaat im Westen und Südwesten zum Teil abgeschlossen

Die Frühjahrsaussaat verläuft in diesem Jahr zweigeteilt. In den Frühsaatgebieten im Westen und Südwesten hat sie bereits in der zweiten Februarhälfte begonnen und ist dort in weiten Teilen mit Ausnahme von Mais abgeschlossen – rund drei Wochen früher als im Mittel der vergangenen Jahre. Die kühlere und wechselhafte Witterung der vergangenen zwei Wochen hat die Bestellarbeiten allerdings weitgehend zum Erliegen gebracht. Die teilweise ergiebigen Niederschläge wurden in vielen Regionen dringend benötigt, denn über die Wintermonate konnten die Defizite des Vorjahres nicht ausgeglichen werden. Gerade im Norden und Nordosten ist lediglich der Oberboden gut durchfeuchtet, die tieferen Bodenschichten dagegen sind weiterhin trocken. Hier wird in den kommenden Wochen eine kontinuierliche Wasserversorgung notwendig sein. Der DRV rechnet damit, dass die Frühjahrsaussaat unter Hochtouren fortgesetzt wird, sobald die Wetter- und Bodenverhältnisse es zulassen.

Grundlage für die DRV-Ernteschätzung sind die Herbstaussaatflächen des Statistischen Bundesamts sowie eigene Schätzungen zu den Frühjahrsaussaatflächen und Erträgen.

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Artikel geschrieben von

Christian Brüggemann

Redakteur Markt

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Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Kraus

Grundstein für wass?

Solche Schätzungen dienen nur den Handel und Spekulanten um die Preise um die klein zu reden. Schade der Bauernverband gibt auch noch seinen Senf dazu. Warum hört man keine Zahlen über die Autos die auf Halde produziert worden sind und die keiner mehr mag ?

von Siegfried Werner

Schätzungen und Statistik

Hallo, das Schlimme bei den Statistiken ist dabei noch, dass wir Steuerzahler diesen Blödsinn noch finanzieren. Ein Ausstieg ist nicht möglich.

von Albert Maier

@ Renken

Genau so ist es!!!!

von Renke Renken

Daraus resultiert in D

der Fachkräftemangel, weil immer mehr Menschen sich mit solch nutzlosem Kram beschäftigen, Statistiken und Gutachten erstellen, Beratertätigkeiten ausüben, weil Leute an entscheidenden Positionen in Politik und Wirtschaft zwar gerne das große Geld einsacken, aber meistens nicht die Kompetenz oder den Arsch in der Hose, selber Entscheidungen zu treffen, ständig werden irgendwelche neuen Institutionen zur Überwachung und Kontrolle geschaffen, statt klare, einfache Spielregeln und Normen zu erstellen - ich denke hier zum Beispiel an die Gülleverordnung. Theoretisch könnte mittlerweile jeder landwirtschaftlich Betrieb eine Halbtagsstelle besetzen, um die ganze anfallende Bürokratie zu erledigen, die dann hochbezahlte Staatsdiener wieder kontrollieren müssen. Aber zurück zum Thema oben, 4 Wochen Trockenheit im Frühjahr, und alle oben zitierten Schätzungen sind die Tinte nicht wert, mit der sie geschrieben wurden, aber dann haben diese Leute wenigstens wieder was zu tun, dann müssen sie eine neue Schätzung erstellen, verhält sich ähnlich wie bei den Wirtschaftsweisen, die heute schon die Konjunktur im 1. Quartal 2020 einschätzen, sie dreimal korrigieren und dann im 2. Quartal 2020 erklären warum diese Prognose so in keinem Fall eintreffen konnte.

von Albert Maier

Fängt ....

..... dieses Schätzheater schon wieder an. Haben die nichts besseres zu tun????

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