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Wohin steuern die Getreidepreise?

Die Trockenheit könnte die Getreidepreise weiter nach oben treiben. Die Marktanalysten des agrarfaxes warnen aber vor zu großen Erwartungen.

Die Notierungen für Weizen haben nach den Niederschlägen in den vergangenen Tagen wieder etwas nachgegeben. Noch ist aber das Regendefizit in weiten Teilen Nordeuropas gewaltig. Einziger Trost: Normalerweise verbessern sich unter diesen Vorzeichen die Aussichten auf steigende Preise.

Dennoch sollten Sie mindestens 25 % Ihrer Ernte jetzt schon verkaufen und nicht auf noch höhere Kurse spekulieren. Das rät der Marktinfodienst agrarfax. Dafür sprechen vor allem drei Entwicklungen:

  • Marktexperten rechnen trotz der Trockenheit mit einer weltweit üppigen Getreideernte.
  • Die Pandemie verändert womöglich das Importverhalten der Opec-Staaten. Sollte sich die Weltwirtschaft weiter abkühlen, sinkt naturgemäß auch die Nachfrage nach Rohöl. Die Erdölexporteure würden dann weniger Einnahmen generieren und damit flacht in der Regel auch deren Getreideimport ab.
  • Moskau hat seinen Rubel gegenüber den westlichen Währungen abgewertet und damit sein Exportgeschäft gestärkt. Russland könnte deutschen Weizen unter diesen Bedingungen sogar um 20 bis 30 €/t unterbieten (in den Seehäfen).

Die kommenden Wochen sind für die weitere Preisentwicklung entscheidend. Bringen Sie sich am besten kurz vor der Ernte noch in Position! Das agrarfax-Webinar „Vorerntegespräch“ am 24.6.2020 um 19 Uhr gibt Ihnen Tipps für Ihre Vermarktungsstrategie. Als top agrar-Abonnent erhalten Sie einen Rabatt und können anschließend das agrarfax zwei Monate lang kostenlos testen. Mehr Infos dazu finden Sie hier: agrarfax.de/ernte2020

Tagesaktuelle Erzeugerpreise und weitere Infos können Sie hier aufrufen: top agrar-Getreidemarkt

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Diskussionen zum Artikel

von Andreas Gerner

Gab es jemals so viel Gerste mit Einkörnungsschäden wegen der Fröste?

Bei uns werden zig ha siliert. Selbst die Senioren haben das noch nie erlebt. Frühe Triticale und Roggen sind auch betroffen. Sogar mancher Durum. Der meiste Raps hier blüht zum zweiten mal, wiel der erste Satz Blüten vertrocknet ist. Jetzt ist es mindestens genauso trocken.

von H. K.

Hallo Herr Gerner,

in welcher Region sind sie?

von Gerhard Rieder

Genau wie beim Dieselkontrakt,

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von Werner Kriegl

Finde ich komisch!

Wieso importieren die OPEC-Staaten weniger Getreide bei schlechten Ölpreisen? Müssen die dann nicht mehr essen und trinken das Erdöl selbst als Nahrungsergänzung? Immer wenn mir "Experten" raten, ich soll die Ernte bereits jetzt verkaufen, werde ich sehr skeptisch! Diese ... mehr anzeigen

von Altmann

Ölpreis und Getreide

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