Tierfutter

Futtermittelproduktion 2020: steigende Absätze trotz holpriger Umstände

Die Futtermittelproduktion stieg im letzten Jahr trotz der Corona-Pandemie. Das Plus ist vor allem auf steigende Mischfuttermengen in der Schweine- und Legehennenhaltung zurückzuführen.

Die Mischfutterherstellung im Kalenderjahr 2020 betrug 24,1 Mio. t. Somit ist ein leichter Anstieg von 0,76 % zum Vorjahr zu verzeichnen. Der Umsatz der Mischfutterbranche ist mit 5 % im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gesunken. Dies zeigen kürzlich von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlichten Zahlen, welche am Dienstag im Rahmen einer Video-Jahrespressekonferenz des Deutschen Verband Tiernahrung e. V. (DVT) präsentiert wurden.

DVT-Präsident Jan Lahde zeigt sich erfreut über diese Tendenzen: „Das Ergebnis ist ganz wesentlich darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2020 die Futtermittelproduktion in Zeiten der Corona-Pandemie als systemrelevanter Bereich ohne Beeinträchtigungen fortgeführt werden konnte.“

Das Plus ist vor allem auf steigende Mischfuttermengen in der Schweine- und Legehennenhaltung zurückzuführen: Für beide Tierarten konnte ein Anstieg von knapp 3 % zum Vorjahr konstatiert werden. Die Menge des produzierten Rinderfutter sank jedoch leicht, wohin gegen die Mastgeflügelfutterherstellung 2020 bei konstanten 4,1 Mio. t lag.

Nachhaltige Tierhaltung durch richtige Fütterung


Lahde machte deutlich, dass der Einsatz von optimalen Futterrationen ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sei. Eine besondere Herausforderung bilde im Rahmen der Umweltpolitik die Zielsetzung einer nährstoffreduzierten Fütterung. Die Futtermittelbranche biete seit vielen Jahren entsprechende Lösungen und könne damit einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Tierhaltung leisten, so der DVT-Präsident.

Ein besonders wichtiger Aspekt sei außerdem der Kreislaufgedanke, den die Mischfutterbranche seit Jahrzehnten verfolgt: Rund 41,5 % der für Mischfutter verwendeten Rohstoffe sind Nebenprodukte aus deren Verarbeitung. Viele davon sind nicht für die menschliche Ernährung geeignet. Diese Produkte gehen jedoch nicht verloren, sondern fließen alle in den Kreislauf zurück.

Bindeglied zwischen pflanzlicher und tierischer Erzeugung

Lahde betonte weiterhin, dass die Futtermittelbranche neben einem wichtigen Bestandteil des ländlichen Raums, auch ein unverzichtbares Bindeglied zwischen der pflanzlichen und tierischen Wertschöpfungskette sei. „Mit unseren mittelständischen Betrieben unterstützen wir die Landwirte bei der Erzeugung hochwertiger tierischer Lebensmittel.“ Die Landwirtschaft und die erzeugten Produkte müssten auch weiterhin wertgeschätzt werden, so Lahde weiter. Dafür seien gute Rahmenbedingungen erforderlich.

Wie sich die verschiedenen politischen Strategien auf Bundes- und Europaebene auf die Futtermittelwirtschaft auswirken, bleibe abzuwarten. Eine Reduzierung der Bestände in den Tierhaltungen sei vorgezeichnet. Der DVT-Präsident adressierte in Richtung Politik: „Damit die Landwirtschaft sich anpassen kann, erwarten wir gemeinsam mit den Tierhaltern konkrete Finanzierungskonzepte und insbesondere die Auflösung der Konflikte im Bau- und Immissionsschutzrecht. Hier ist schnelles und konsequentes Handeln gefragt, um Planungssicherheit zu erreichen.“