Getreide: Unsicherheitsfaktoren Wetter und Trump sorgen für Volatilität

Zwei unberechenbare und nicht beeinflussbare Unsicherheitsfaktoren sorgen für eine starke Volatilität an den internationalen Getreide- und Ölsaatenterminmärkten: Das Wetter und Donald Trump.

Unsicherheitsfaktor Donald Trump (Bildquelle: Twitter @realDonaldTrump)

Zwei unberechenbare und nicht beeinflussbare Unsicherheitsfaktoren sorgen für eine starke Volatilität an den internationalen Getreide- und Ölsaatenterminmärkten: Das Wetter und Donald Trump.

Trockenheit im Norden Deutschlands, Polen - das bereits von 20 % Ertragseinbußen ausgeht - und in den Schwarzmeerländern sowie den USA und Australien auf der einen Seite und zu viel Niederschläge mit wachsender Angst vor Krankheitsbefall, etwa in Frankreich, auf der anderen Seite stehen für das Aufwärtspotenzial der Kurse. Handelskonflikte, Zollhürden und politische Eingriffe in die Märkte und Währungsschwankungen verstärken das Abwärtspotenzial, berichtet aiz.info.

Unter dem Strich blieb aber trotz allem Auf und Ab in den vergangenen Wochen eine tendenzielle Befestigung der Preisniveaus vor allem bei Weizen und Mais, so der Pressedienst weiter. Denn im kommenden Wirtschaftsjahr 2018/19 steuert die Welt auf einen neuerlichen Lagerabbau bei Futtergetreide und Mais sowie erstmalig seit Jahren auch bei Weizen zu. Insbesondere die Maisbilanz soll sich laut US-Landwirtschaftsministerium auf weniger als 15 % Endlagerstand gemessen am Verbrauch verengen. Die Weizenbilanzen bleiben jedoch immer noch komfortabel. Die Befestigung der Preise komme allmählich auch am (österreichischen) Kassamarkt an, meldet aiz.info.

Die Volatilität zeigt sich am Beispiel des Mahlweizenfutures an der Euronext in Paris. Der Schlusskurs des Kontrakts zur Lieferung im September bewegte sich ausgehend von 170,25 Euro/t am 15. Mai bis 29. Mai auf eine Spitze von 185,75 Euro/t, sackte zwischenzeitlich wieder unter 180 Euro/t ab und hielt am Donnerstag dieser Woche (7. Juni) bei 182,50 Euro/t. Zuletzt hemmte auch wieder ein Erstarken des Euro auf rund 1,18 US-Dollar die Kursentwicklung in Paris. Am Freitagmittag notierte der September-Mahlweizenfuture an der Euronext leicht im Minus mit 182 Euro/t und der für die neue Ernte maßgebliche Dezember-Kontrakt mit 185,50 Euro/t.

In ihrem wöchentlichen Preisvergleich weist die EU-Kommission zum Stichtag 6. Juli bei einem Kurs von 1,1765 US-Dollar für einen Euro amerikanischen Soft Red Winter fob Golf mit 223 USD/t (-2 USD zur Vorwoche), Europäischen Mahlweizen fob Rouen mit 216 USD/t (183 Euro, +7 USD zur Vorwoche) und Schwarzmeerweizen mit 207 USD/t (-4 USD zur Vorwoche) aus. Der Weizenexport aus der EU bleibt auf sehr bescheidenem Niveau und um 18% hinter der Vorjahreslinie zurück. In der Woche bis 5. Juni kamen laut Kommissionsstatistik 167.612 t auf die Summe von 18,93 Mio. t für 49 Wochen des Wirtschaftsjahres hinzu.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Gebken

Wieso Trump?

Es ist doch die EU die sich nicht dem Weltmarkt öffnen will (Autos etc.). Und es ist die EU die die Landwirtschaft wieder einmal in Geiselhaft für ihre verqueren bürokratisch-sozialistischen Ziele nimmt. Beim Russland Embargo müssen wir dafür schon kräftig bluten. Neue Einfuhrzölle für Mais würden zwar unsere Maispreise stabilisieren, dafür würde aber das Futter teurer werden. Auch das spielt der derzeitigen fast Allparteienregierung in die Hände, können sie doch damit Druck auf die Tierbestände ausüben und gleichzeitig ihre Hände in Unschuld waschen, Dank dem "phösen" Trump.

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