Ernteabschluss

Getreidemarkt: Die Preisschere öffnet sich weiter

Schwache Getreidequalitäten sind oft nur zu mäßigen Kursen abzusetzen, einwandfreie Ware erzielt hingegen regional attraktive Aufschläge. Bleibt der Markt so zweigeteilt?

Die Ernte 2021 wird Getreide- und Rapsanbauern in schlechter Erinnerung bleiben. Statt fehlender Niederschläge hat in diesem Jahr verbreitet zu starker und zu häufiger Regen die zuvor durchaus optimistischen Erntehoffnungen wieder zunichte gemacht. Das gilt nicht nur für die Regionen, in denen die Ackerflächen im Juli 2021 regelrecht abgesoffen sind, sondern zumindest im Hinblick auf die Qualitäten fast bundesweit.

Geringe Hektolitergewichte, schwache Fallzahlen, Auswuchs usw. sind derzeit in Deutschland eher die Regel als die Ausnahme. Dafür drohen empfindliche Preisabzüge. Zudem müssen viele Getreidepartien getrocknet werden, was den Erlös zusätzlich schmälert, und zwar wegen der teuren Energie heftiger als in früheren Jahren.

Dass auf der anderen Seite attraktive Aufschläge für einwandfreie Ware ausgelobt werden, ist für die meisten Betriebsleiter und -leiterinnen nur ein schwacher Trost. Viele fragen sich überdies: „Soll ich jetzt die Gunst der Stunde nutzen und z.B. meinen guten Mühlenweizen oder die exportfähige Futtergerste verkaufen? Oder...


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