Geschäftsbericht

Gewinneinbruch: Südzucker-Umsatz ging deutlich zurück

Im Segment Zucker verzeichnet Südzucker einen operativen Verlust in Höhe von -93 (Vorjahr: 3) Mio. Euro. Ursache sind das nicht kostendeckende Preisniveau im EU-Zuckermarkt und Dürrefolgen.

Die Südzucker AG hat im ersten Halbjahr (1. März 2019 bis 31. August 2019) des laufenden Geschäftsjahres 2019/20 einen Konzernumsatz von 3.314 (Vorjahr: 3.475) Millionen Euro erzielt. Während der Umsatz im Segment Zucker deutlich zurückging, lag er im Segment Frucht leicht unter Vorjahresniveau und stieg in den Segmenten Spezialitäten und CropEnergies an.

Das operative Konzernergebnis verringerte sich erwartungsgemäß deutlich auf 74 (Vorjahr: 139) Millionen Euro. Dies ist im Wesentlichen auf den Verlust im Segment Zucker zurückzuführen, teilt das Unternehmen weiter mit. Der Rückgang im Segment Frucht wird durch Ergebnisverbesserungen in den Segmenten Spezialitäten und CropEnergies mehr als ausgeglichen.

Segment Zucker durch niedrige Zuckerpreise weiterhin belastet

Im Segment Zucker ging der Umsatz deutlich auf 1.121 (Vorjahr: 1.389) Millionen Euro zurück. Der Rückgang ist auf niedrige Erlöse und eine deutlich geringere Absatzmenge infolge der geringeren Rübenernte 2018 zurückzuführen.

Wie erwartet ergab sich im Segment Zucker ein operativer Verlust in Höhe von -93 (Vorjahr: 3) Millionen Euro. Die wesentlichen Ursachen sind einerseits ein nicht kostendeckendes Preisniveau im EU-Zuckermarkt und andererseits eine nach der trockenheitsbedingt geringeren Ernte 2018 deutlich geringere Absatzmenge.

Marktanalysen gehen davon aus, dass das Produktionsdefizit weltweit zunehmen und sich in Folge das hohe Bestandsniveau reduzieren wird, erklärt Südzucker weiter. Der Weltmarktpreis für Zucker, der einen wesentlichen Einfluss auf die europäische Preisfindung hat, verharrt jedoch bisher noch auf niedrigem Niveau. Hauptgrund hierfür sind hohe Lagerbestände in Indien, die kurzfristig über staatliche Stützungsmaßnahmen auf dem Weltmarkt vermarktet werden sollen. Dafür hat die indische Regierung für das Zuckerwirtschaftsjahr 2019/20 wieder hohe Exportsubventionen von in Summe rund 875 Millionen US-Dollar freigegeben, um damit rund 6 Millionen Tonnen auf den Weltmarkt zu exportieren, so der Konzern am Donnerstag.

Rübenverarbeitungskampagne 2019 regional von Hitze und Trockenheit geprägt

Auch in diesem Jahr führten Hitze und Trockenheit im Sommer in den meisten Anbaugebieten zu einer insgesamt unterdurchschnittlichen Ertragserwartung in der Südzucker-Gruppe. Die Kampagne startete am 21. August 2019 in Moldau. Die übrigen Werke folgten Mitte September bis Anfang Oktober 2019. Die mittlere Kampagnelänge in der Südzucker-Gruppe wird voraussichtlich 106 (Vorjahr: 115) Tage betragen. Aus 28,1 (Vorjahr: 29,3) Millionen Tonnen Rüben sollen 4,45 (Vorjahr: 4,62) Millionen Tonnen Zucker gewonnen werden.

Segment Spezialitäten mit fortgesetztem Wachstum

Auch im zweiten Quartal konnte das Wachstum im Segment Spezialitäten fortgesetzt und der Umsatz im ersten Halbjahr auf 1.192 (Vorjahr: 1.125) Millionen Euro gesteigert werden. Dies ist neben dem höheren Absatz insbesondere bei Stärke- und Verzuckerungsprodukten vor allem auf die höheren Ethanolerlöse zurückzuführen, die trotz eines Rückgangs zum Ende des zweiten Quartals das Vorjahresniveau deutlich übertrafen.

Das operative Ergebnis lag auch im zweiten Quartal über dem Vorjahresquartal, sodass nach den ersten sechs Monaten ein deutlicher Zuwachs auf 87 (Vorjahr: 75) Millionen Euro erzielt werden konnte. Gestiegene Kosten insbesondere bei den Rohstoffen wurden hierbei durch die Umsatzsteigerung mehr als ausgeglichen.

Segment CropEnergies mit deutlichem Umsatz- und Ergebnisanstieg

CropEnergies verzeichnete im ersten Halbjahr einen Umsatzanstieg auf 405 (Vorjahr: 349) Millionen Euro aufgrund deutlich höherer Ethanolerlöse. Höhere Rohstoffpreise konnten durch mehrheitlich verbesserte Erlöse für Lebens- und Futtermittel nur teilweise kompensiert werden, sodass die Nettorohstoffkosten anstiegen. Die markante Verbesserung der Ethanolerlöse ermöglichte jedoch eine Verdreifachung des operativen Ergebnisses auf 44 (Vorjahr: 14) Millionen Euro.

Segment Frucht mit deutlichem Ergebnisrückgang

Der Umsatz im Segment Frucht verringerte sich leicht auf 596 (Vorjahr: 612) Millionen Euro. Im Bereich Fruchtzubereitungen stagnierte der Umsatz bei stabilen Absatzmengen und Erlösen, während im Bereich Fruchtsaftkonzentrate rückläufige Erlöse nicht vollständig durch gestiegene Absätze kompensiert werden konnten.

Das operative Ergebnis verringerte sich deutlich auf 36 (Vorjahr: 47) Millionen Euro. Im Bereich Fruchtzubereitungen wirkten sich im ersten Halbjahr bei stagnierenden Umsätzen die höheren Kosten sowie auch Einmaleffekte belastend aus. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate konnten rückläufige Erlöse nicht vollständig durch gestiegene Absätze ausgeglichen werden.

Konzernjahresprognose 2019/20 bestätigt

Für das Geschäftsjahr 2019/20 wird weiterhin ein Konzernumsatz von 6,7 bis 7,0 (Vorjahr: 6,8) Milliarden Euro erwartet. Dabei wird im Segment Zucker von einem moderaten Umsatzrückgang ausgegangen (Vorjahr: 2,6 Milliarden Euro).

Im Segment CropEnergies wird der Umsatz in einer Bandbreite von nun 740 bis 780 (bisherige Prognose: 740 bis 820; Vorjahr: 693) Millionen Euro gesehen. Im Segment Spezialitäten wird mit einem leicht steigenden Umsatz (Vorjahr: 2,3 Milliarden Euro) und im Segment Frucht nun mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau (bisherige Prognose: moderater Anstieg; Vorjahr: 1,2 Milliarden Euro) gerechnet.

Beim operativen Konzernergebnis wird weiterhin von einer Bandbreite von 0 bis 100 (Vorjahr: 27) Millionen Euro ausgegangen. Dabei wird im Segment Zucker mit einem nochmaligen operativen Verlust in Höhe von -200 bis -300 (Vorjahr: -239) Millionen Euro gerechnet.

Im Segment Frucht wird nun mit einem deutlichen Ergebnisrückgang (bisherige Prognose: deutlicher Anstieg; Vorjahr: 77 Millionen Euro) gerechnet. Demgegenüber wird im Segment Spezialitäten von einer moderaten Ergebnissteigerung (Vorjahr: 156 Millionen Euro) ausgegangen. Im Segment CropEnergies wird ein operatives Ergebnis nun zwischen 50 und 75 (bisherige Prognose: 30 bis 70; Vorjahr: 33) Millionen Euro erwartet.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Klaus Fiederling

Was ist vermessener, sich selbst zu täuschen oder andere!?

6 Mio. Tonnen Zucker lassen den Weltmarktpreis für dieses Produkt kollabieren – man lasse sich das auf der Zunge zergehen! Jeder Gesundheitspolitiker müsste dabei die Hände über dem Kopf förmlichst zusammenschlagen, wenn Zucker jetzt mit Ramschpreisen aufwartet. Die Preise für Süßwaren und zuckerhaltige Produkte brechen in unseren Verbraucherregalen förmlichst in sich zusammen!? In welchen Taschen bleiben diese Differenzen schlussendlich wirklich hängen?... // Heute erkennt man die Halbwertzeiten der Aussagen jener in dieser Branche maßgeblichen Manager in Entscheidungsträgerfunktion sowie gleichermaßen der verantwortlichen Politik zum Ende der Zuckermarktordnung, wie greifbar verstetigt dieses weiße Gold auf unseren Äckern seinen Überlebenskampf sichern wird, auf unseren immerhin besten Böden. - Ein förmlichstes „Süd-Erdbeben“ am gestrigen Tage; Einbrüche von um die 14%! Gigantische Summen an Bauerngeld wurden am gestrigen Tage damit wieder so ganz nebenbei vernichtet!? - Ist jetzt die Zeit für Uli‘s erneuten Einstieg gekommen!? // Es steht tatsächlich zu befürchten, dass künftig das heimische weiße Gold in keiner Schatzgräberstimmung überreich auf deutschen Äckern vorzufinden sein wird, man wird weitaus länger Ausschau halten müssen, bis man tatsächlich eine Zuckerrübe findet.

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