Kammerberater ärgert sich

Greshake: "Kälber billiger als Ferkel!"

Die Kälberpreise liegen am Boden, zum Teil müssen Landwirte sogar „Abholgebühren“ zahlen. Woran das liegt, schildert Dr. Frank Greshake.

Vergangene Woche kostete das 25-kg-Ferkel in Nordrhein-Westfalen ohne Qualitätsaufschlag 57 Euro. Das schwarzbunte Bullenkalb der guten Qualität dagegen 56 Euro. Für Dr. Frank Greshake von Landwirtschaftskammer NRW, ein Unding. Wie er im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben schrieb, ist der Ferkelpreis ordentlich und der Marktsituation beim Schwein angemessen – aber beim Kalb könnten sich selbst altgediente Kälbervermarkter nicht an eine solche Marktsituation erinnern.

Das schwarzbunte Bullenkalb über 45 kg lasse sich ja noch vermarkten, aber beim leichten Mutterkalb würden die ersten Vermarkter bereits „Abholgebühren“ nehmen.

Dafür gibt es laut dem Kammerberater mehrere Gründe, wie er im Wochenblatt weiter schrieb. So sei der Kalbfleischabsatz seit Monaten unter Druck. „Weißes Kalbfleisch muss für den Mäster etwa 5 Euro/kg bringen und nicht die aktuellen 3,80 bis 4,20. Es fehlt schlicht 1 Euro. Die Produktion ist zu hoch.“ So habe es in den Niederlanden im April erstmals über 1 Mio. Kälber gegeben. Jetzt...