20 Jahre QS

Hinrichs: „QS dient nicht dem Protektionismus“

Seit 2001 macht QS Lebensmittel sicherer und bekommt dafür gute Noten von Verbrauchern. Dem Wunsch nach Protektionismus oder einer politischen Agenda erteilt Dr. Alexander Hinrichs eine Absage.

Am 13. Oktober 2021 wird das QS-Prüfsystem 20 Jahre alt. Beim digitalen Pressegespräch am Dienstag würdigte der neue Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs die Errungenschaften des Systems und gab einen Ausblick auf die kommenden Jahren. Die Bedeutung des QS machte Hinrichs, der seit Mai 2021 die Geschäfte führt, mit folgenden Zahlen deutlich:

  • rund 180.000 Systempartnern innerhalb der Wertschöpfungsketten frischer Lebensmittel
  • 72.000 Rinderhalter, 42.000 Schweinehalter, 6.000 Geflügelhalter
  • 95 % des Schweine- und Geflügelfleischs, das im deutschen Einzelhandel verkauft wird, 85 % des Rindfleischs und rund 90 % des in Deutschland angebauten Obsts, Gemüses und der Kartoffeln sind QS zertifiziert
  • Rund 300 Mio. Schlachtbefunddaten

Monitoring wird weiter ausgebaut

Eine Basis für den Erfolg von QS sieht Hinrichs auch in den verschiedenen Monitoring-Programmen, die das System etabliert hat: Salmonellenmonitoring, Antibiotikamonitoring, Rückstandsmonitoring bei Futtermitteln und bei Obst, Gemüse und Kartoffeln und die Auswertung von Schlachtbefunddaten. Ziel sei es auch immer, einen Mehrwert für die Systempartner zu schaffen. Man wolle das Monitoring deshalb weiter ausbauen und mit Tierwohl- und Biosicherheitsindices die vielen Daten des Monitorings auch besser nutzbar machen.

Lebensmittelsicherheit, nicht Außenschutz

Den Fokus des QS-Systems sieht Hinrichs auch weiterhin bei der Sicherheit von Lebensmitteln. Daran ließ er keinen Zweifel und stellte klar, dass das System nicht dazu dienen könne, den heimischen Markt zu schützen. Es gehe vielmehr um Warenverfügbarkeit. QS habe sich deshalb schon 2004 mit Systemen der Nachbarländer harmonisiert. Diese „Internationalisierung“ gehe weiter. „Heute haben wir 13 ausländische Qualitätssysteme, mit denen wir zusammenarbeiten“, sagte Hinrichs.

Für Nachhaltigkeit und Tierwohl bietet QS die Plattform

Die kontrollierte Qualitätssicherung und das Vertrauen der Verbraucher in diese sind demnach aber die Voraussetzung dafür die neuen Aufgaben der Branchen, wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Tierwohl, zu lösen, erklärte Hinrichs. Die gesamte Kette sitze am Tisch und könne zusätzliche Regelungen treffen. Dafür sei aber immer Einstimmigkeit erforderlich. Insofern könnten sich auch in stürmischen Zeiten kein politischer Idealismus bei QS breit machen.

Verbraucher vertrauen deutschen Lebensmitteln

Das QS ein Gewinn für die Branche ist, sieht Hinrichs auch in einer forsa-Befragung bestätigt, die die Bonner anlässlich des 20-jährigen Bestehens in Auftrag gegeben haben.72 % der Verbraucher in Deutschland haben großes Vertrauen in die Sicherheit von Lebensmitteln, die sie im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) kaufen. Lebensmittelsicherheit ist 88 % beim Kauf von Fleisch und Wurstwaren und 82 % beim Kauf von frischem Obst und Gemüse sehr wichtig.

Mehrheit sieht positive Entwicklung bei Lebensmittelsicherheit

Für 78 % der Befragten hat sich die Situation rund um sichere Lebensmittel in Deutschland in den letzten Jahren gefestigt bzw. verbessert: 40 % geben an, dass sie gleichgeblieben sei und 38 % sehen sogar eine weitere Verbesserung der Lebensmittelsicherheit.

Umfrage

(Bildquelle: QS)


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