Getreiderat

IGC sieht weltweiten Rapsanbau zur Ernte 2022 auf Rekordniveau

Die Bauern in Deutschland und Frankreich, vor allem aber in Kanada, haben mehr Raps angebaut. Der IGC erwartet eine Rekordernte 2022 und die UFOP hält die Schätzung noch für untertrieben.

In seiner zweiten Projektion des globalen Rapsanbaus für die Vermarktungssaison 2022/23 hat der Internationale Getreiderat (IGC) seine Schätzung auf ein Rekordniveau angehoben. Grund sind die erheblichen Preissteigerungen und die lebhafte Nachfrage im laufenden Wirtschaftsjahr. Das berichtet am Mittwoch die UFOP.

Angesichts des historisch hohen Preisniveaus und einer steigenden Nachfrage erwartet der IGC für die Vermarktungssaison 2022/23 eine Ausweitung der weltweiten Rapsanbaufläche auf das Rekordniveau von 40 Mio. ha. Das wäre ein Anstieg um mehr als 2 % gegenüber dem laufenden Wirtschaftsjahr.

Ein Flächenplus sieht der IGC vor allem in den wichtigsten Anbauländern wie Kanada und die EU-27. In der Europäischen Union könnten nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) 2022 rund 5,6 Mio. ha Raps zur Ernte stehen, vor allem bedingt durch Ausweitungen in Frankreich und Deutschland. Allerdings wären dies selbst unter Berücksichtigung der Anbaufläche in Großbritannien immer noch 1 Mio. ha weniger als im Jahr 2017, als der europaweite Anbau eine Rekordfläche von etwa 6,8 Mio. ha erreicht hatte.

Grafik

Anbauflächenschätzung für Raps (Bildquelle: IGC)

Aus Sicht der UFOP spricht vieles dafür, dass die Schätzung des IGC als eher vorsichtig einzustufen ist, denn die Vermarktungsbedingungen für die Rapserzeuger zur Ernte und Aussaat 2022 bleiben attraktiv. Die UFOP verweist darauf, dass nicht nur in Deutschland, sondern auch in weiteren EU-Mitgliedsstaaten die Anrechnung von Biokraftstoffen aus Palmöl (Biodiesel/HVO) auf nationale Quotenverpflichtungen in 2023 endet.

Die Förderunion erwartet, dass die Biokraftstoffersteller sich rechtzeitig nach entsprechenden Alternativen umsehen müssen. Nachhaltiges Rapsöl stehe da an erster Stelle. Die UFOP erinnert daran, dass die Rohstoffbeschaffung bereits mit der Aussaat beginnt. Deshalb müssten bereits zur Ernte 2022 entsprechende Anreize für die Fruchtfolgeplanung zur Ernte 2023 gesetzt werden.

Die Ertragseinbußen in der Saison 2021/22 und die daraus folgende deutlich kleinere Erzeugung wird als Auslöser für den Anstieg der internationalen Rapspreise gesehen. Der IGC erwartet auch in Kanada eine Ausweitung der Anbauflächen um 4 % auf 9,4 Mio. ha. Der Rapsanbau in der Ukraine wird gegenüber der November-Schätzung des IGC weiterhin bei 1,1 Mio. ha gesehen, ein Plus von 100.000 ha gegenüber der vergangenen Saison.


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.