ISN-Aufruf: „Keine Schweine an Hauspreisschlachthöfe!"

In einer Zeit explodierender Futterpreise nutzen führende Schlachtunternehmen ihre Marktstellung aus und drücken den Schweinepreis ohne Berücksichtigung der Angebotssituation am Lebendmarkt weiter nach unten, prangert die ISN an. Nun habe sich diese Preisspirale bis zum Ferkelpreis durchgesetzt.

In einer Zeit explodierender Futterpreise nutzen führende Schlachtunternehmen ihre Marktstellung aus und drücken den Schweinepreis ohne Berücksichtigung der Angebotssituation am Lebendmarkt weiter nach unten, prangert die ISN an. Nun habe sich diese Preisspirale bis zum Ferkelpreis durchgesetzt, der infolgedessen deutlich nachgab.

Trotz einer flotten Nachfrage auf dem knapp versorgten Lebendmarkt hätten die großen Schweineschlachtunternehmen unter anderem mit Hilfe ihrer Hauspreispolitik Preisrücknahmen für schlachtreife Schweine erzwungen und damit letztlich auch auf den Fleischmärkten im Inland eine weitere Preisspirale nach unten in Kauf genommen, erklärt die Interesssengemeinschaft aus Damme weiter. Ergebnis sei, dass viele Schweinehalter in der laufenden Produktion kaum die variablen Kosten decken könnten. Angesichts stark steigender Futterpreise, zunehmender Kostenbelastung durch höhere Auflagen und vieler politisch nicht gelöster Probleme stünden die Schweinehalter damit vor existenziellen Fragen.

Nun spitze sich die enge Versorgungslage am Schlachtschweinemarkt weiter zu. Angesichts weiter rückläufiger Stückzahlen und Schlachtgewichte bei den Schlachtschweinen ruft die ISN die Schweinemäster daher auf, dieses Agieren der führenden Schlachtunternehmen zu sanktionieren!

Wörtlich heißt es auf deren Homepage: „Die Sommerferien gehen in den ersten Bundesländern zu Ende und der Fleischmarkt dürfte sich Zug um Zug beleben. Daher der dringende Appell: Keine Schweine an Hauspreisschlachthöfe! Wer jetzt nicht reagiert, darf in der nächsten Hauspreisphase nicht über die Hauspreisschlachthöfe jammern. Nutzen Sie die Gunst der Stunde und werden Sie aktiv. Sprechen Sie mit Ihrem Vermarkter und sorgen für eine Lieferung ihrer Schlachtschweine vorzugsweise an einen Schlachthof mit fairen Handelspraktiken!“

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Hochwald: Festpreis-Angebot von knapp 30 Cent

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Diskussionen zum Artikel

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von Norbert Post

Das hört sich alles gut an. Aber wie soll das funktionieren? Jede Woche werden ca 900000 Schweine geschlachtet, das heißt, wenn eine Woche nicht geschlachtet wird haben wir nächste Woche 1.8 Millionen Schweine mit entsprechend höheren Gewichten. Die großen Schlachter arbeiten mit Subunternehmen und schicken die Leute einfach nach Hause ohne enorm höhere Kosten zu haben. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Die Mastschweine müssen die Woche fast ohne Zunahmen gefüttert werden, um in der nächsten Woche nicht die doppelte Menge an Fleisch zu erzeugen,was aber auch heißt das keine Ferkel mehr zu verkaufen sind. Die Verlierer sind dann die Ferkelerzeuger. Die andere Möglichkeit ist die Sauen entweder länger bei den Ferkeln zu lassen oder die Sauen absetzen und mit Hormonbloggern zu arbeiten um weniger Ferkel zu erzeugen. Ich weiß das es schwierig ist aber man sollte mal über diese Dinge nachdenken, um es auch mal durchsetzen zu können. Vielleicht gibt es ja noch andere Ideen die umgesetzt werden können.

von Erwin Schneiderbauer

Eine Woche gar nix liefern,

wäre mal einen Versuch wert, oder??

von Eike Bruns

Andere fordern es auch

Geflügelwirtschaftsverband und BDM fordern das gleiche. Toll. Ich wünsche den Schweinehaltern Erfolg. Gute Interessenvertretung.

von Christian Fuhr

Das wurde ja auch mal höchste Zeit, diese Fleischmafia zu boykottieren!!!

von Ottmar Ilchmann

@Hans Nagl

Ich glaube, das war Ironie von Albert Maier!

von Hans Nagl

@ A.Maier

Welche Lösung haben Sie ??? Bauernverband ? Oder die Ställe Spiegeln ? Oder ???

von Albert Maier

Das sind ja ...

... übelste BDM - Methoden, fängt das jetzt bei den Schweineleuten auch an? :-)

von Willi Eckhoff

Zusammenhalt!

Genau, Zusammenhalt unter den Schweinehaltern... dann kann ich als Sauenhalter ja davon ausgehen, das die Ferkel dann auch mal einen € teurer werden , wenn die Schweine diese Woche wieder steigen!

von Ottmar Ilchmann

SO werden Interessen vertreten!

Sehr gute Initiative der ISN! Jetzt ist Zusammenhalt der Schweinehalter gefragt!

von Hans Nagl

Endlich

Endlich

von Annette Eberle

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