Direktvermarktung

Ist der LEH ein guter Partner?

Handelspartner auf Augenhöhe oder „Groß gegen Klein“? Zu ihren Erfahrungen bei der direkten Vermarktung an den Lebensmitteleinzelhandel hat die Uni Göttingen Landwirte befragt.

Unsere Autorin: Dr. Gesa Busch, ­Department für Agrarökonomie und Rurale ­Entwicklung, ­Universität ­Göttingen

Immer mehr Landwirte suchen für ihre Produkte nach alternativen Vermarktungswegen. Neben der Direktvermarktung über Hofläden, Automaten und Online-Shops sind in letzter Zeit auch vermehrt direkte Kooperationen zwischen Landwirten und Geschäften des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) zu beobachten.

Besonders Filialen der Edeka und Rewe bieten Produkte an, die direkt von Betrieben aus der Umgebung bezogen werden. Damit reagiert der LEH auf die steigende Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln.

Solche kurzen Wertschöpfungsketten klingen nach einer Win-Win-Situation. Doch sind diese Kooperationen wirklich eine gute Alternative für landwirtschaftliche Betriebe? Wie ist die Zusammenarbeit organisiert und wie zufrieden sind die Landwirte mit der Kooperation? Welches Mitspracherecht haben sie z. B. bei der Preisgestaltung? Und wie kommt Zusammenarbeit überhaupt zustande? Diesen Fragen sind Studierende an der Universität Göttingen unter der Leitung von Dr. Gesa Busch nachgegangen.

Oft „maßgeschneidert“

Insgesamt 36 Landwirte (davon sieben Biobetriebe) wurden zu ihren Erfahrungen befragt. Fast alle Betriebe sind ­neben der Vermarktung über den LEH bereits anderweitig in der Direktvermarktung tätig, z. B. mit einem Hofladen, oder einem Marktstand. Neben den Gemeinsamkeiten zeigt die Befragung aber vor allem, wie individuell die Landwirte ihre Vermarktung organisiert haben.

Einige Beispiele: Die Produktpaletten reichen von Milchprodukten über Eier, Fleisch, ­Kartoffeln, Gemüse und Obst bis hin zu Eierlikör oder Marmeladen. Beliefert werden vor allem Filialen der Edeka (23) und Rewe (14), aber auch andere Supermärkte wie Famila, Dodenhof oder Bio-Läden.

Die Anzahl belieferter Geschäfte pro Betrieb reicht von nur einer bis hin zu 70 Filialen.Während manche...