Rom

Italien: Mischfutterindustrie über wachsende Importabhängigkeit besorgt

Die italienische Mischfutterwirtschaft beklagt die hohe Abhängibgkeit von Futterimporten aus dem Ausland.

Vor einer zunehmenden Abhängigkeit von Agrarimporten hat der italienische Verband der Mischfutterindustrie (Assalzoo) gewarnt. Fast 60 % der zur Mischfutterherstellung benötigten Getreide und Proteine stammten aus dem Ausland; das verursache jährliche Kosten von fast 3 Mrd Euro, erklärte Assalzoo in der vorvergangenen Woche in Rom.

Verbandspräsident Marcello Veronesi brachte seine Besorgnis zum Ausdruck. Durch die hohe Importabhängigkeit leide die Branche unter Marktschwankungen und habe Schwierigkeiten, eine langfristige Strategie festzulegen. Gebraucht würden jetzt neue Politiken und Impulse sowie mehr Zusammenhalt innerhalb der Lieferkette, um die heimische Landwirtschaft zu stärken.

Laut den Angaben von Assalzoo liegt der Selbstversorgungsgrad bei Mais, Weichweizen, Gerste, Soja und Sonnenblumen in Italien bei zusammen nur noch rund 41 %. Die geringste Abhängigkeit von Importen bestehe bei der Gerste, wo der Selbstversorgungsgrad immerhin etwa 64 % erreiche. Sehr besorgniserregend sei die Entwicklung beim Mais; vor einem Jahrzehnt habe die heimische Produktion den Bedarf noch decken können, mittlerweile müsse aber beinahe die Hälfte importiert werden. Den Verbandsangaben zufolge liegt die Jahresproduktion von Mais in Italien derzeit bei gut 6 Mio t, importiert worden seien zuletzt 5,74 Mio t.

Die italienischen Futtermittelhersteller erwirtschafteten 2017 laut Assalzoo einen Umsatz von rund 8,9 Mrd Euro. Mit 6,2 Mrd oder 70 % entfiel der größte Anteil davon auf den Handel mit Mischfutter. In dem Verband sind 385 Unternehmen mit insgesamt gut 9 000 Mitarbeitern organisiert. Durch die enge Verbindung zur Veredlung sind auch die Mischfutterhersteller vornehmlich im Norden Italiens angesiedelt: In den Regionen Piemont, Lombardei, Venetien und Emilia-Romagna werden Assalzoo zufolge 85 % des nationalen Umsatzes mit Futtermitteln erzielt. Die italienischen Hersteller produzieren eigenen Angaben zufolge 9 % des in der EU insgesamt erzeugten Mischfutters.

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