Interview

K+S: "Die Kalinachfrage zieht weltweit deutlich an."

Auch die Kalidüngerpreise sind spürbar angezogen. Über die Ursachen und die Aussichten auf dem Kalimarkt haben wir mit Johannes Böhle, Leiter Market Management Central Europe, K+S, gesprochen.

Herr Böhle, warum wird Kalidünger jetzt auch massiv teurer? Der Energieeffekt ist doch wesentlich kleiner als beim Stickstoff.

Böhle: Es stimmt grundsätzlich, dass der Energieanteil an den Produktionskosten bei Kali geringer ist als bei Stickstoff. Aber auch unsere Bergwerke und Fabriken benötigen große Mengen Energie, sodass der Energieeffekt nicht unterschätzt werden sollte.



Der Hauptgrund für die Preissteigerungen bei Kalidüngern ist aber ein massiv gestiegener Bedarf, getrieben durch die hohen Erzeugerpreise für Soja, Mais, Palmöl, etc. Die globale Kalinachfrage ist allein im zweiten Halbjahr 2020 um mehr als 10% gewachsen, sodass der Kaliverbrauch 2020 ein Rekordniveau mit rund 76 Mio. Tonnen erreicht hat. Insbesondere Brasilien, Nordamerika und Südostasien kaufen nach wie vor alle am Weltmarkt verfügbaren Mengen auf. Im August 2021 wurden allein in Brasilien 1,5 Mio. Tonnen Kali importiert. Das ist die höchste jemals gemessene Importmenge, und das obwohl sich die Preise in Brasilien seit Sommer 2020 verdreifacht haben. Gleichzeitig stößt die hohe Nachfrage auf ein begrenztes Angebot. Zuletzt sind keine neuen Kapazitäten in den Markt gekommen.

Was sind denn die Hauptursachen bei K+S für Kostensteigerungen?

Böhle: Wir sehen uns mit ähnlichen Kostensteigerungen konfrontiert wie wahrscheinlich alle Unternehmen derzeit. Das sind in erster Linie die gestiegenen Gas- und Energiekosten, aber auch die Preissteigerungen bei allen denkbaren Materialien und Rohstoffen für die Produktion. Insbesondere stellt uns aktuell die Logistik vor Herausforderungen. Frachtraum ist sehr knapp und...


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