Kartellamt durchsucht Baywa, Agravis und Co.

Wegen des Verdachts verbotener Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln hat das Bundeskartellamt sieben Agrar-Großhändler in Deutschland durchsuchen lassen. Das bestätigte ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde.

Wegen des Verdachts verbotener Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln hat das Bundeskartellamt sieben Agrar-Großhändler und den Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) in Berlin durchsuchen lassen. Das bestätigte ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde. Wie die Süddeutsche berichtet, gehe die Behörde dem Verdacht nach, dass es zu Vereinbarungen oder abgestimmten Verhaltensweisen bei der Kalkulation und der Festlegung von Großhandels- und Endverkaufspreisen gekommen sei.

Unter anderem suchten die Ermittler die Agravis-Zentrale in Hannover auf. Laut eines Unternehmenssprechers seien die Untersuchungen damit begründet, dass möglicherweise Mitarbeiter an wettbewerbsbeschränkenden Absprachen beim Pflanzenschutz-Großhandel beteiligt gewesen sein sollen. Weitere Einzelheiten seien Agravis bisher nicht bekannt. Man arbeite kooperativ mit den untersuchenden Behörden zusammen.

Betroffen war auch die BayWa. Europas größter Agrarhändler bestätigte, dass das Bundeskartellamt auf Beschluss des Amtsgerichts Bonn Büroräume am BayWa-Hauptsitz in München durchsucht habe. Dabei gehe es um den Verdacht, dass BayWa-Mitarbeiter an wettbewerbswidrigen Absprachen beim Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln beteiligt gewesen seien. Der Untersuchungszeitraum reiche bis ins Jahr 2000 zurück.

Die bundesweite Durchsuchung erfolgte gleichzeitig an sieben Unternehmensstandorten und bei einem Verband. An den Durchsuchungen waren etwa 45 Mitarbeiter von Bundeskartellamt und Polizei beteiligt. Eine Durchsuchung des Bundeskartellamtes erfolgt auf der Basis eines gerichtlichen Durchsuchungsbeschlusses. Dieser setzt einen Anfangsverdacht für einen Kartellrechtsverstoß voraus. Die Baywa kündigte an, sie werde mit dem Bundeskartellamt in allen Punkten uneingeschränkt kooperieren und eventuelles Fehlverhalten mit aller Härte verfolgen.


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