Kartoffeln

Kartoffelanbau etwas stärker gewachsen als zuvor geschätzt

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Daten zur Kartoffelanbaufläche 2022 veröffentlicht.

Für den Kartoffelanbau werden insgesamt 266.800 ha ausgewiesen, 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine frühe Schätzung der Ernte- und Betriebsberichterstatter hatte auch schon einen ganz leichten Zuwachs ausgewiesen. Mit plus 6 Prozent kam das meiste an Fläche in Niedersachsen hinzu, wo es dieses Jahr 121.600 ha gibt, die mit Kartoffeln bestellt wurden. Bis auf 600 ha wurde damit der Höchststand von 2020 erreicht. Damit ist Niedersachsens Anteil am Gesamtanbau in diesem Jahr mit 45,6 % so groß wie noch nie.

5% mehr in NRW

Einen kräftigeren Zuwachs beim Areal gab es auch mit 5 Prozent in Nordrhein-Westfalen (NRW). Mit 39.100 ha ist der Kartoffelanbau nun fast so groß wie in Bayern (39.500 ha). Beide Länder halten damit 14,7 beziehungsweise 14,8 % der Gesamtanbaufläche. Rückläufige Kartoffelanbauflächen sind vor allem im Südosten Deutschland zu verorten. In Thüringen fehlen sogar 25 %, so dass es nur noch geringe 1.200 ha dort gibt. In Sachsen-Anhalt legten die Flächen bis 2020 zu. Seither wird es weniger. Ähnlich ist es in den anderen nordöstlichen Bundesländern, allerdings hält sich der Anbau 2022 so gerade noch.

Flächenanträge als zweite Datenquelle

Eine nicht direkt mit den Bodennutzungsdaten vergleichbare Anbaustatistik kommt aus den Flächenanträgen der Landwirte (InVeKos). Sie geben etwas mehr Auskunft über die Veränderungen verschiedener Nutzungsrichtungen. In Niedersachsen erreicht die Kartoffelanbaufläche in dieser Auswertung nach einem Zuwachs von rund einem Prozent mit 126.800 ha eine Rekordstand. Allerdings gilt das nicht für alle Verwendungen. So gibt es mit 8.100 ha gut 4 % weniger Pflanzkartoffeln und mit knapp 35.000 ha nicht ganz 2,5 % weniger Kartoffeln, die mit dem Zusatz „Speise“ abgefragt werden. Dagegen legen Stärkekartoffeln um 2,9 % auf 83.800 ha zu, ein Rekord.

Die Abgrenzung für die verschiedenen Verwendungen ist sicherlich nicht ganz trennscharf. Kartoffeln mit dem Zusatz „Speise“ mögen Veredelungskartoffeln beinhalten. Ganz sicher stecken aber in der Position Stärkekartoffeln sehr viele Kartoffeln für die Herstellung von Pommes frites, Flocken oder Chips. Aufgrund der Erlösmöglichkeiten haben die Landwirte den Stärkekartoffelanbau sicherlich sehr vorsichtig geplant. Allzu viel vorhalten, um die Vereinbarungen mit den Stärkefabriken zu erfüllen, dürfte kaum wer. Die Interpretation liegt nahe, dass weniger Stärke- und weniger Speisekartoffeln, aber mehr Veredelungskartoffeln für die kommende Ernte angebaut wurden.

Den InVeKoS-Daten aus NRW nach weiteten die Erzeuger dort das Areal noch etwas deutlicher aus, nämlich um 6,5 % auf 38.415 ha. Innerhalb von zehn Jahren ist damit der Kartoffelanbau in NRW um rund 9.500 ha gewachsen. Dieses Jahr kamen 5 % im Rheinland hinzu, wo 25.800 ha stehen und sogar fast 10 % in Westfalen-Lippe, wo es nun 12.600 ha mit Kartoffeln gibt. AMI

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