Kartoffelexporte Ägyptens steigen

In den vergangenen Jahren konnte Ägypten seine Kartoffelexporte sehr erfolgreich steigern.

Vorläufige Angaben aus nationalen Quellen beziffern die im Jahr 2018 exportierte Menge an Kartoffeln auf insgesamt 755.000 Tonnen, 83.000 Tonnen mehr als von Comtrade, der Außenhandelsdatenbank der Vereinten Nationen, ausgewiesen werden. Die EU ist mengenmäßig längst nicht mehr der wichtigste Handelspartner, denn in die EU wurden 2018 nur rund 175.000 Tonnen Kartoffeln exportiert. Der Großteil wird mittlerweile nach Russland geliefert.

Welche Exportmengen nun die bald startende Saison bringt, ist noch schwer einzuschätzen. Entscheidend dürfte sein, welche Preise in den verschiedenen Ländern zu erzielen sind und ob das Sortenspektrum zu den Wünschen der Kunden passt. Demnach wäre einerseits ein gutes Argument für deutlich höhere Zufuhren in die EU gegeben, andererseits passen die Qualitäten aus Ägypten nicht an die Märkte in Nordwesteuropa. Allerdings wären Lieferungen von grobfallenden Partien runder Sorten mit Backeignung für Kunden in Spanien oder Griechenland durchaus interessant. Griechenland ist ohnehin einer der wichtigeren Märkte in der EU und war aufgrund von Knappheiten im Herbst früh in Ägypten vorstellig, um Liefermengen abzusichern. Dorthin flossen Comtrade zu Folge im Vorjahr 68.000 Tonnen. Italien nahm 58.000 Tonnen auf, wovon aber der Großteil an Kartoffeln nach Deutschland weitergeleitet wurde. Denn Deutschland ist innerhalb der EU der größte Abnehmer von Frühkartoffeln aus Ägypten. In Deutschland gibt es ebenfalls ein großes Interesse an Zukäufen aus Ägypten, dies hat schon im Herbst zu entsprechenden Ansagen von Packern an Importeure geführt. Die weitgehend durchorganisierte Vermarktung am hiesigen Markt hat im Anbau Ägyptens eine relativ lange Vorlaufzeit, so dass aus Ägypten daher kaum höhere Importmengen zu erwarten sind.

Mit der Belieferung des deutschen Marktes dürfte es bald losgehen, wobei zunächst mehr Kartoffeln eingelagert als im Lebensmitteleinzelhandel platziert werden. Derzeit gibt es in Ägypten jedoch Wachstumsverzögerungen durch die kühle Witterung. Die Meteorologen sprechen im Norden sogar von einer Kältewelle. In den vergangenen Wochen hat es am Nil sogar hin und wieder geregnet. Im Laufe des Februars werden wohl die ersten Frühkartoffeln von dort in Deutschland eintreffen. Etwas verspätet soll es dann Mitte März mit den Hauptmengen losgehen. AMI

DBV: "Umweltministerin nicht zum Dialog mit den Bauern bereit"

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Artikel geschrieben von

Christian Brüggemann

Redakteur Markt

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