Österreich

Lob für das Kalbfleisch-Programm des Landes Tirol

Mit einer neuen Kalbfleisch-Initiative sollen kleine Höfe in Tirol in den kommenden zwei Jahren zusätzlich 4.000 Kälber vermarkten können.

Am Dienstag hat das österreichische Bundesland Tirol eine Kalbfleisch-Initiative präsentiert. Das Programm der Landesregierung unterstützt bäuerliche Betriebe, die Vollmilchmastkälber für den heimischen Markt produzieren. Ziel ist die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Zusätzlich 4.000 Kälber sollen damit in diesem und im nächsten Jahr im Land vermarktet werden, berichtet aiz.info. Qualität und Tierwohl seien dabei das oberste Gebot. Bis Ende 2021 stehen seitens des Landes 480.000 € zur Verfügung.

Für dringend notwendig hält dies auch Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger: "Dass mehr als zwei Drittel des in Österreich verzehrten Kalbfleisches importiert und auf der anderen Seite heimische Kälber ins Ausland verkauft werden müssen, weil aufgrund höherer Tierwohl- und Umweltstandards die Aufzuchtkosten in Österreich zu hoch für den heimischen Markt sind, ist eine Schieflage, die mit der nun vorliegenden Beihilfe ausgeglichen werden kann. Durch die neue Unterstützung werden die höheren Kosten für Tierwohl und für den Einsatz von Vollmilch in der Kälberaufzucht abgegolten und regionale Kreisläufe gestärkt", sagte Hechenberger laut aiz.info. Außerdem werde damit ein weiterer Schritt zur Reduktion von Tiertransporten gesetzt.

"Die Unterstützung des Landes Tirol ist ein erstes wichtiges Signal. Die Produktion ist dabei nur eine Seite der Medaille, die Vermarktung die andere. Gerade in öffentlichen Küchen sollten Qualität und Herkunft eine Rolle spielen, deshalb setzen wir uns weiterhin für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in diesem Bereich ein", betont der LK-Präsident. Sobald die Richtlinie vom Land fertig ausgearbeitet ist, kann die Antragstellung beginnen. Über die Abwicklung werden die Betriebe rechtzeitig informiert.

Das Land hat bereits in der Vergangenheit über die Agrarmarketing Tirol zahlreiche Initiativen gesetzt, um den Absatz von heimischem Qualitätsfleisch zu erhöhen, erinnert dazu die Tiroler Tageszeitung. Marken wie „Tiroler Almrind“, „Kalbli“, „Grauvieh Almochs“ oder „Tiroler Jahrling“ würden sich gut entwickeln, sagte demnach Josef Geisler von der ÖVP. Die Erfolge der Qualitätsfleischprogramme könnten aber nicht wettmachen, dass der Fleischabsatz in Richtung Gastronomie wie bereits im Frühjahr zum Erliegen gekommen sei. Es bestehe großer Handlungsbedarf.


Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

Kalbfleisch als "Klimaschutzfleisch"

Ich denke, diese Vermarktungsidee müsste vermehrt genutzt werden! Denn wenn der Fleischverzehr sinken soll und gleichzeitig über den Methanausstoß von Rindern hergezogen wird, wären Kälber, die noch keine Wiederkäuer sind, klima-besser als Mastbullen, Ochsen oder Färsen.

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