Rabobank rechnet mit steigenden Weizenkursen

An den internationalen Terminmärkten wird sich Weizen in den kommenden zwölf Monaten wahrscheinlich verteuern, während die Wertschöpfung bei Zuckerrüben eher rückläufig sein dürfte. Das geht aus der aktuellen Marktanalyse der Rabobank hervor.

An den internationalen Terminmärkten wird sich Weizen in den kommenden zwölf Monaten wahrscheinlich verteuern, während die Wertschöpfung bei Zuckerrüben eher rückläufig sein dürfte. Das geht  aus der aktuellen Marktanalyse der Rabobank hervor. Im Einzelnen rechnet das Finanzinstitut für das dritte Quartal 2017 bezogen auf die Terminnotierungen in Chicago mit einem mittleren Weizenpreis von 4,70 $/bu (155 Euro/t); das würde gegenüber dem geschätzten Wert für das noch laufende dritte Quartal 2016 ein Plus von fast 18 % bedeuten.

Auch die Kurse der Weizenfutures an der Pariser Matif sollen steigen, aber weniger stark als die Kontraktpreise in den USA. So prognostizieren die Utrechter Experten hier „lediglich“ ein Plus von gut 9 % auf 175 Euro/t. Ein Vergleich der Vorhersagen mit den aktuellen Notierungen ergibt allerdings nur noch ein geringes Aufwärtspotential. So wies die Warenterminbörse in Chicago am vergangenen Mittwoch (7.9.) gegen 3.20 Uhr Ortszeit für den Weizenfuture mit Fälligkeit im September 2017 einen Kurs von 4,59 $/bu (151 Euro/t) aus, der damit nur noch um 2,3 % unter der Rabobank-Prognose für das dritte Quartal 2017 rangierte. Gleichzeitig war der Weizenkontrakt derselben Fälligkeit an der Matif in Paris für 169,50 Euro/t zu haben; das waren 3,4 % weniger als der vorhergesagte Durchschnittskurs.

Derweil gehen die niederländischen Experten für Rohzucker aus Zuckerrohr für das dritte Quartal 2017 von einem mittleren Preisniveau von 18,20 Cent/lb (360 Euro/t) aus, was fast 9 % weniger wären als der Schätzwert für die aktuelle Periode. Indes sind die Börsenakteure hier optimistischer als die Rabobank: Der Rohrzuckerkontrakt mit Fälligkeit im Oktober 2017 wurde in New York am Mittwochmorgen gegen 10 Uhr für 19,61 Cent/lb (388 Euro/t) gehandelt. 

Russischer Weizen sehr günstig angeboten

Wie die Bank mit Blick auf den Weizenmarkt ausführte, soll sich der Weizenpreis an der Chicagoer Terminbörse ausgehend von dem recht niedrigen Niveau im aktuellen Quartal im Durchschnitt der Monate Oktober bis Dezember dieses Jahres um fast 4 % auf 4,15 $/bu (3,72 Euro/t) erhöhen; für das erste und zweite Quartal 2017 wird sogar jeweils eine Verdopplung der vorhergehenden Steigerungsrate erwartet. Allerdings dämpfen die Utrechter Marktexperten zugleich die Handelsaussichten für die EU und verweisen auf die Schwarzmeerländer. Für 2016/17 sagen sie für Russland Weizenexporte von 32 Mio t voraus; das wären 7,5 Mio t mehr als im Vorjahr und sogar 1,3 Mio t mehr als die zuletzt vom Internationalen Getreiderat (IGC) prognostizierte Rekordmenge.

Den erwarteten Erfolg der russischen Anbieter am Weltmarkt begründet die Rabobank auch mit dem voraussichtlich kleinen Weich- und Hartweizenaufkommen in der Europäischen Union von nur 142,5 Mio t, wodurch die hiesigen Exporteure Marktanteile in Drittländern verlieren dürften. In dieser Lücke dürfte laut Rabobank russische Ware untergebracht werden, und zwar zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen. So war russischer Qualitätsweizen zuletzt um 25 $/t (22,40 Euro/t) günstiger als die in den US-Golfhäfen offerierte Ware. AgE

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