Gaspreiskrise

Polen: Nach Mineraldünger wird auch AdBlue knapp und teuer

Bisher hatten wir es bei Dünger und AdBlue nur mit Preissteigerungen infolge der Gaskrise zu tun. In Polen wird der Harnstoff jetzt aber Mangelware, so dass Trecker nicht mehr betankt werden können.

Die Gaspreiskrise sorgte in den vergangenen Monaten nicht nur bei Mineraldünger für eine drastische Verknappung und Verteuerung - auch bei dem für den Betrieb moderner Schlepper und Landmaschinen unerlässlichen AdBlue zeichnen sich inzwischen bedrohliche Engpässe ab. Dies gilt auch für Polen.

Wie das Onlinemagazin „farmer.pl“ berichtete, hat sich der Preis für die Harnstofflösung dort seit dem Frühjahr mindestens verdoppelt. Aktuell müssten Landwirte umgerechnet etwa 0,65 € pro Liter bezahlen, wobei noch höhere Preise zu erwarten seien. Grund dafür ist nach Darstellung des Fachmagazins wie beim Mineraldünger die extreme Verteuerung der Erdgaspreise und die darauf folgende Einschränkung der Stickstoff- beziehungsweise Ammoniakproduktion durch bedeutende Hersteller, da sich das Geschäft für sie nicht mehr rechnet. Da Stickstoff der wichtigste Rohstoff von AdBlue sei, schlage der Gaspreis hier ähnlich stark durch wie beim Kunstdünger.

Noch gravierender als der kräftige Anstieg des Preises sei aber die abnehmende Verfügbarkeit der Harnstofflösung, ohne die moderne Schlepper nicht betrieben werden könnten, erläuterte „farmer.pl“. Inzwischen belieferten manche Anbieter nur noch Stammkunden, da Nachschub kurzfristig nicht in Sicht sei, weil beispielsweise namhafte deutsche Hersteller ihre AdBlue-Herstellung reduziert hätten. Nun hoffe man, dass sich in den nächsten Monaten wenigstens wieder die Produktion in der Europäischen Union normalisiere, wie dies von einigen Unternehmen in Aussicht gestellt worden sei.