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Neue Rübenernteschätzung und Frust über abgelehnten Rübenbeizen-Antrag

Die Zuckerrüben auf den 354.000 ha in Deutschland liefern dieses Jahr 29 Mio. t und 81,8 t/ha. Verärgert ist der Zuckerverband WVZ aber über die abgelehnte Notfallzulassung für die Rübenbeize 2022.

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) hat ihre dritte Ernte- und Erzeugungsschätzung für 2021 veröffentlicht. Demnach werden in Deutschland auf einer Anbaufläche von rund 354.000 ha Zuckerrüben angebaut. Der geschätzte Zuckerrübenertrag liegt bei 81,8 t/ha. Für die laufende Kampagne erwartet die WVZ eine Rübenanlieferung von rund 29 Mio. t. Die daraus erzeugte Zuckermenge wird auf rund 4,5 Mio. t geschätzt.

Tabelle

Ernteschätzung (Bildquelle: WVZ)

Keine Notfallzulassung für Rübenbeize

Die Möglichkeiten der Zuckerwirtschaft zur Entwicklung alternativer Bekämpfungsmöglichkeiten gegen Krankheiten und Schädlinge müssen deutlich verbessert werden. Das hat die WVZ nach der Ablehnung ihres Antrags auf Notfallzulassung für eine Saatgutbeizung mit dem Neonikotinoid Thiamethoxam durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gefordert.

So müsse ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, der die Anwendung neuer Züchtungsmethoden erlaube. Diese böten großes Potential, Kulturpflanzen schneller als mit klassischen Züchtungsmethoden an Stressfaktoren anzupassen und damit den Zuckerrübenanbau resilienter und über die Einsparung von Pflanzenschutzmitteln nachhaltiger zu gestalten.

Die WVZ gab zu bedenken, dass sich hiesige Anbauer in Zukunft gegen Rüben entscheiden würden, wenn sie diese nicht mehr ausreichend schützen könnten. Damit ginge ein wertvoller Beitrag für die Biodiversität auf dem Acker verloren und die Produktion von regionalem Zucker aus Deutschland wäre bedroht. Hingegen würden Importe von Zucker aus Drittstaaten zunehmen, die zu geringeren Sozial- und Umweltstandards produzieren würden.

Die Vereinigung stellte fest, dass die Rübenanbauer nach der Ablehnung des BVL im kommenden Jahr über keine wirksame Option zur Bekämpfung von Blattläusen und damit dem Überträger der virösen Vergilbung verfügten. Sollte im Frühjahr 2022 erneut ein verstärktes Auftreten von virusübertragenden Blattläusen festgestellt werden, seien die Rüben dem schutzlos ausgeliefert. Auch wenn Alternativen mit Nachdruck gesucht würden, seien die Neonikotinoide als Saatgutbeizung bislang die einzige Lösung, wie Rüben vor diesen Viren geschützt werden könnten. „Die Lage im Pflanzenschutz bedroht den Rübenanbau zunehmend“, betonte die WVZ.


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