Kartoffelmarkt

Niedrigste Kartoffelernte seit der Wiedervereinigung

Trotz mieser Ernte sieht der Handel die Versorgung gesichert. Kartoffelfuture auf Achtjahreshoch.

Die Kartoffelernte in Deutschland ist 2018 trotz einer recht hohen Anbaufläche auf den niedrigsten Stand seit 1989 gefallen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nun mitteilte, belief sich die Produktionsmenge 2018 auf 8,9 Mio t; das waren 24 % weniger als 2017. Der Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre wurde damit um fast 2 Mio t verfehlt. Die Statistiker begründen die negative Entwicklung mit dem sehr trockenen Sommer. Das Kartoffelareal 2018 beziffert Destatis auf 252 200 ha, was gegenüber dem Vorjahr einer Ausweitung um 1 700 ha oder 0,7 % entsprach und die größte Fläche seit 2011 war.

Der Präsident des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes (DKHV), Thomas Herkenrath, stellte allerdings auf dem Internationalen Berliner Kartoffelabend am Montag vergangener Woche klar, dass die Versorgung „mit leckeren und gesunden Kartoffeln“ auch in diesem Jahr trotz der kleinen Ernte 2018 gesichert sei.

Kartoffeln am Terminmarkt im Aufwind

Nach aktuellen Daten der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) ging die Kartoffelproduktion 2018 auch EU-weit zurück, und zwar im Vorjahresvergleich um 8,3 Mio t auf 53,9 Mio t. Diese Situation spiegelt sich auch in der Kursentwicklung des vorderen Future auf Verarbeitungskartoffeln an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig wider. So knackte der Kontrakt mit Fälligkeit im April 2019 im vergangenen November die Marke von 30 Euro/dt und markierte Mitte Januar ein Achtjahreshoch von 33 Euro/dt.

Am vergangenen Freitag wies die Börse für den Kontrakt mit Fälligkeit im April 2019 einen nur minimal niedrigeren Preis von 32,90 Euro/dt aus; bezogen auf frühere Ernten war ein solches Kursniveau zuletzt im Januar 2011 verzeichnet worden. AgE

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Da sieht man es mal wieder -

es ist ein alter Hut und doch immer wieder zutreffend: "Angebot und Nachfrage regeln den Preis". Im Fall der Landwirtschaft eher das Angebot, denn "gegessen" wird immer.

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