Geflügel

PHW-Gruppe setzt mehr um und investiert in alternative Proteine

Der Geflügelspezialist steigert den Umsatz. Für die Zukunft will sich der Konzern aber nicht nur aufs Fleisch verlassen.

Die PHW-Gruppe aus Rechterfeld hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag 30.06.2018) den Umsatz um rund 4 % gesteigert. Hintergrund ist vor allem die Wiederaufnahme der Produktionsstätte in Lohne. Aber auch der steigende Geflügelfleischverbrauch und die ausländischen Gesellschaften hätten zu dem Wachstum beigetragen, heißt es in einer Pressemeldung des Unternehmens.

Im Kerngeschäftsfeld der Geflügelspezialitäten wächst die PHW-Gruppe demnach um 1,7 Prozent auf rund 1,40 Mrd. Euro. Mit den Geflügelgesellschaften im Ausland legte die PHW-Gruppe ebenfalls erneut zu: Die polnischen, bulgarischen und niederländischen Beteiligungen steuerten rund 523,5 Mio. Euro (Vorjahr 477,6 Mio. Euro) zum Gesamtumsatz der PHW-Gruppe bei. Insgesamt setzte das Unternhmen im Geschäftsjahr 2017/18 etwa 2,58 Mrd. Euro um.

Hähnchen boomt, Pute und Ente stagniert

Der Absatz der Geflügelspezialitäten für Hähnchen, Pute, Ente, Convenience und Wurst hat sich bei der PHW-Gruppe um insgesamt 8,0 Prozent auf 782.858 Tonnen (Vorjahr: 724.609 Tonnen) erhöht. Während der Absatz bei Hähnchen um mehr als 10 Prozent gestiegen ist, verzeichneten der Puten- und Entenbereich leichte Absatzrückgänge. Die Mitarbeiterzahl stieg um 207 Mitarbeiter von 6.772 auf 6.979.

Das niedersächsische Familienunternehmen sieht sich auch für die Zukunft gut aufgestellt. Dafür habe man über 232,5 Mio. Euro investiert (Vorjahr 191,3 Mio. Euro). Der Geflügelfleisch biete weiterhin Wachstumsmöglichkeiten. Schließlich wachse der Pro-Kopf-Verbrauch weiter: 21,9 kg im Jahr 2018 (Vorjahr: 21,0 kg).

Stolz ist die PHW-Gruppe auch auf den wachsenden Anteil von Tierwohlprodukten im Unternehmen. Er sei auf 60 % gestiegen und solle das laufende Geschäftsjahr rund 80 % erreichen, heißt es.

PHW glaubt an alternative Proteinquellen

Ganz aufs Fleisch verlassen möchte sich die PHW-Gruppe aber auch nicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe man sich neu positioniert als Anbieter von hochwertigen Proteinprodukten. Durch strategische Partnerschaften mit dem israelischen Start-up SuperMeat, den amerikanischen Unternehmen Beyond Meat und Good Catch Foods sowie der kanadischen Firma Enterra Feed Corporation stärke die PHW-Gruppe den neuen Geschäftsbereich der alternativen Proteinquellen.

„Unsere Investitionen in diesen Bereich sehen wir als eine Möglichkeit, durch Vielfalt zu wachsen. Wir wollen unser Kerngeschäftsfeld durch die Weiterentwicklung unseres konventionellen Geschäftes sowie durch die Steigerung unserer Tierwohlkonzepte vorantreiben und gleichzeitig den Bereich der alternativen Proteinquellen stark ausbauen. Konkret bedeutet dies, dass wir das Wachstum des pflanzenbasierten Lebensmittelsektors nicht als Bedrohung für unser bestehendes Kerngeschäftsfeld sehen, sondern als Chance“, erklärt Peter Wesjohann, Vorstandsvorsitzender der PHW-Gruppe.

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Artikel geschrieben von

Andreas Beckhove

Redakteur Markt

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