Outlook 2020

Rabobank: Schweinepest bremst Wachstum an den globalen Proteinmärkten

Unsicherheit und gebremstes Wachstum sind die weltweiten Folgen der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Das stellt die Rabobank in ihrem aktuellen Ausblick fest.

An den weltweiten Proteinmärkten beherrscht die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch die Aussichten für 2020. Die Tierkrankheit werde das Gesamtwachstum bremsen und an allen Märkten für Unsicherheit sorgen, zitiert aiz.info die Rabobank aus ihrem "Global Animal Protein Outlook 2020".

"Neben den Auswirkungen der ASP verursachen viele Handelsstreitigkeiten Unsicherheit am Weltmarkt für tierisches Protein, wobei der Konflikt zwischen den USA und China der offensichtlichste, aber nicht der einzige ist. Darüber hinaus trägt auch der anhaltende Anstieg alternativer Proteine zur Unsicherheit bei - auch wenn die Rabobank die Alternativen weniger optimistisch sieht als andere", fasst Justin Sherrard von RaboResearch Food & Agribusiness die Aussichten für 2020 zusammen.

Trotz der Unsicherheiten gebe es aber auch Chancen: "Das offensichtlichste Potenzial für globales tierisches Protein ist die Erholung von der ASP, die sich aus Sicht der Rabobank bis in die 2020er-Jahre erstrecken wird. Der Gewinn von Nachhaltigkeit ist eine weitere Chance, die durch die Nutzung der Lieferkette und die Weiterentwicklung der Marktsignale erreicht werden kann. Schließlich können Investitionen zur Sicherung laufender Handelsströme auch eine Chance sein, da dies einen Teil der Unsicherheit verringern und einen kontinuierlichen Marktzugang sicherstellen kann", zitiert aiz.info Sherrard.

Wachstum bei Geflügelproduktion erwartet - Rindfleisch bleibt stabil

Die Rabobank erwartet für 2020 ein Wachstum in den meisten Regionen, aber die Auswirkungen der ASP in Asien überlagern die Aussichten. Allein die Produktionsausfälle in China sollen größer sein als das Wachstum in allen anderen Regionen zusammen. Aquakulturen und Geflügel werden der Prognose zufolge im Jahr 2020 zu einem Produktionswachstum führen, während Rindfleisch stabil bleibt. Alle diese Änderungen seien aber im Vergleich zum Produktionsrückgang bei Schweinefleisch gering, so die Experten.

In Nordamerika erwartet die Rabobank, dass die Produktion aller Fleischarten im Jahr 2020 wachsen werde, angeführt von Schweinefleisch vor Geflügel und Rindfleisch. Zwar werde der Inlandsverbrauch weiter steigen, doch müssten auch die Exporte anziehen, um dieses Produktionswachstum zu bewältigen. Auch in Brasilien sehen die Analysten 2020 ein Produktionswachstum für alle Fleischarten. Die Exportmöglichkeiten seien der wichtigste Treiber, aber auch die Inlandsnachfrage verbessere sich.

In Europa indes werde die Geflügel- und Schweinefleischproduktion voraussichtlich steigen, getrieben durch die neuen Exportmöglichkeiten. Gleichzeitig sei zu erwarten, dass die Rindfleischproduktion in Reaktion auf den schwachen Verbrauch zurückgehen werde. In Australien und Neuseeland dürfte die Rind- und Schaffleischerzeugung 2020 stabil bleiben, berichtet aiz.info.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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