Raps- und Sonnenblumenschrot mit Rekordverbrauch

Noch nie standen Raps- und Sonnenblumenschrot bei den deutschen Landwirten so hoch im Kurs als Eiweißfuttermittel wie im vergangenen Jahr. Wie OVID am vergangenen Donnerstag (5.7.) berichtete, wurden 2017 insgesamt 4,3 Mio t Rapsschrot verfüttert und damit 300 000 t oder 7,5 % mehr als im Vorjahr.

Sonnenblume (Bildquelle: Landvolk)

Noch nie standen Raps- und Sonnenblumenschrot bei den deutschen Landwirten so hoch im Kurs als Eiweißfuttermittel wie im vergangenen Jahr. Wie der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) am vergangenen Donnerstag (5.7.) berichtete, wurden 2017 insgesamt 4,3 Mio t Rapsschrot verfüttert und damit 300 000 t oder 7,5 % mehr als im Vorjahr. Bei Sonnenblumenschrot verzeichnete der Verband einen Anstieg um die Hälfte auf 450 000 t. Die Nachfrage nach Sojaschrot sank dagegen. Hier meldete OVID einen kräftigen Rückgang, und zwar um 400 000 t oder fast 10 % auf 3,7 Mio t. Damit fiel Sojaschrot hinter Rapsschrot als Futtermittel zurück. „Anscheinend kommen die Landwirte ab 2017 verstärkt den Forderungen nach einer gentechnikfreien Fütterung nach, so dass sie zunehmend auf Raps- und Sonnenblumenschrot umstellen“, erklärte OVID-Geschäftsführerin Petra Sprick.

Der Verband erinnerte aber daran, dass Deutschland beim Sojaschrot noch immer stark auf Importe, insbesondere aus Süd- und Nordamerika, angewiesen sei. Mit 19 000 ha Anbaufläche und einer Produktion von 61 000 t hat die Sojabohne in Deutschland 2017 laut OVID noch immer eine nur sehr kleine Rolle gespielt. Gemessen am gesamten Sojaschrotverbrauch habe das einem Anteil von 1,3 % entsprochen. Zwar sei Raps mit einer Erntemenge von 22 Mio t im vergangenen Jahr die wichtigste europäische Eiweißfutterpflanze gewesen, dennoch habe der Selbstversorgungsgrad mit Proteinfutter in Deutschland und auch in der EU bei gerade einmal rund 35 % gelegen, stellte der Verband fest.

Die Lücke hätten die Landwirte überwiegend durch Sojaimporte aufgefüllt. An den sonstigen Körnerleguminosen, die zur Proteinversorgung von Rind, Schwein und Geflügel im Einsatz sind, wurden nach Verbandsangaben in Deutschland 2017 insgesamt rund 540 000 t geerntet. Allerdings sei hier aufgrund der neuen Greening-Vorgaben von einer rückläufigen Entwicklung auszugehen. Ein Indiz dafür sei die Verkleinerung der Anbaufläche von Futtererbsen gegenüber 2017 um rund 12 % auf 75 000 ha. AgE
 
 

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von Gerhard Steffek

Sorry, letztes Wort bei meinem vorigen Kommentar heißt "Schwätzer" und nicht "Schätzer". Gäb ja sonst keinen Sinn, oder? :-)

von Gerhard Steffek

Von Rekord zu Rekord -

wir haben ja eine richtige "Rekordjagd". Egal in welche Richtung. Sollte sich hier nicht einmal ein jeder die Frage stellen wo, bzw. wie das Ende derer aussieht. Bis jetzt ist noch kein Baum in den Himmel gewachsen. Oder wie Mark Twain es schon sagte: "Großes fällt in sich selbst zusammen: Diese Beschränkung des Wachstums hat der göttliche Wille dem Erfolg aufgelegt." Bei den Zahlen für Raps und Sonnenblume stellt sich für mich auch noch die Frage woher jetzt auf einmal das Angebot kommt um den Bedarf zu decken. Gleichzeitig auch die Frage: bleibt das Angebot so, oder bricht es schon wieder in sich zusammen, aufgrund der Verbote für die Neonicotinoide? So wie sich die neuen Greeningvorgaben für Leguminosen anscheinend als erfolgreicher Volltreffer für den Schuß ins eigene Knie herausgestellt hat. Blindwütige Ideologie hat nunmal in der harten Realität nichts verloren. Interessant ist aber auch der Hinweis auf die Eiweißlücke. Wissen das auch unsere ach so superschlauen Umweltverbände und Grünen? Deutschland litt schon immer darunter, daß die Eiweißlücke nicht geschlossen ist. Dieses Problem hat eigentlich zwei Ursachen. Entweder haben wir eine Überbevölkerung - oder eine Unterversorgung. Mich würde interessieren wie Frau Roth das Problem lösen will, wenn sie, wie sie ja bei der letzten Bundestagdebatte zu Herrn Dobrindt gesagt hat, am liebsten alle Flüchtlinge dieser Welt, was ja nur ca. 70 Mio. sind, bei uns in Deutschland aufnehmen will. Das ist dann der neue Sozialismus, Hunger und Elend für alle. Oder verfolgt sie die Philosophie: "Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen"? Aber andersherum als damals Adolf Hitler. Wollte der diese in die Welt hinaustragen, lädt die "liebe" Frau Roth die Welt zu uns ein. Wie paßt das aber dann wieder mit ihrer Vorstellung der ökologischen Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft zusammen? War diese bis dato doch noch nie in der Lage in Deutschland das eigene Volk zu ernähren. Angefangen bei der Völkerwanderung der Germanen bis hin zu den großen Hungersnöten im Mittelalter und den Massenauswanderungen im 18. und 19. Jhd. in die neue Welt. Das Problem war immer Überbevölkerung und der daraus resultierenden Unterversorgung. Also Frau Roth - "Butter bei die Fische"- oder trifft auf sie der Satz von Winston Churchill: "Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer es mit 40 noch ist, keinen Verstand"? Genauso wie es mit den ganzen Umweltverbänden ist. Wer auf deren Webseite nach Soja sucht, kommt in die Versuchung zu meinen das das ganze auf der Welt produzierte Soja nur als Viehfutter für Deutschland erzeugt wird. Ein Blick in die Statistik würde die Herrschaften schnell als Lügner entlarven, aber wer macht das schon. Es ist schon ein Witz wie dies aufgebauscht und sogar verdreht wird. Sind wir hier in einem Spiegelkabinett, in dem aus Dick und Doof, Doof und Dick wird? Man möchte es fast meinen. Auf der Seite von "vebu.de" stellen sie es tatsächlich so hin, daß die Ölgewinnung nur noch Nebenprodukt des Viehfutters Soja wäre. Auch der WWF ist da nicht besser. 80 % der Sojaproduktion ist bei dem nur Viehfutter. Sicher mag es stimmen, aber das Hauptprodukt ist und bleibt nach wie vor das Öl und als verwertbarer Reststoff bleibt das Schrot über. Genauso wie bei Raps und Sonnenblumen. Nur das sie das nicht bemängeln können, da in jedem deutschen Haushalt Raps- und Sonnenblumenöl zu finden ist. Die ganze Absurdität dieser perfiden Argumentation kommt aber zum tragen, wenn man die weltweite Produktionsmenge und den Verbrauch von Soja in Deutschland gegenüberstellt. Laut "Statista.com" haben wir eine weltweite Produktion von 355 Mio. to Sojabohnen. Entspräche ca. 284 Mio. Sojaschrot, wovon wir in Deutschland ca. 4 Mio. gebraucht haben. Also gemessen an der weltweiten Produktion und Verbrauch ist der Bedarf in Deutschland soviel wie ein Fliegendreck. Daran werden auch die ganzen NGO's mit ihren falschen Darstellungen nichts ändern. Denn Hauptabnehmer für das Soja ist China und bei denen gilt nach wie vor: "Erst kommt das Fressen und dann die Moral". Bedauerlich ist zudem auch, daß wir in Deutschland anscheinend keinen Politiker und Interessensvertreter auf Seiten der Landwirtschaft haben, die entsprechend "Arsch in der Hose" haben, um solchen Dummschwätzern kräftig Kontra zu geben. Aber wie man ja bei der "Dramaturgieassistentin" Roth sieht wird das Amt des Politikers oft genug nur mißbraucht und ist verkommen zum "Paradies zungenfertiger Schätzer".

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