Canberra

Rinderherde in Australien wächst deutlich

Nach der Dürre baut Australien seinen Rinderbestand neu auf. Dieses Jahr gab es bedingt durch Corona an den Schlachthöfen sogar einen Rinderstau. 2023 sollen weitere 10 % dazukommen.

Nachdem der Rinderbestand in Australien wegen vorheriger Dürrephasen im Jahr 2020 auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren gesunken ist, kommt der Herdenaufbau nun gut voran.

Der Branchenverband Meat & Livestock Australia (MLA) geht in seiner neuesten Marktprognose davon aus, dass sich die Zahl der Rinder zum Stichtag 30. Juni 2022 auf 27,58 Mio. Stück belaufen wird, das wären 1,47 Mio. oder 5,6 % mehr als ein Jahr zuvor.

Im kommenden Jahr soll die Herde um weitere 4 % auf 28,7 Mio. Tiere wachsen und damit den Bestand vor den Dürrejahren übertreffen. Es sind aber nicht nur die günstigen Witterungsbedingungen mit ausreichenden Niederschlägen für das Futter oder die guten Preise, welche aktuell zu hohen Tierzahlen führen.

Rinderstau Anfang des Jahres

Die Corona-Probleme mit hohen Inzidenzen, Lockdowns und dem Ausfall vieler Mitarbeiter in den Schlacht- und Zerlegebetrieben haben in den ersten Monaten 2022 die Vermarktung schlachtreifer Tiere erheblich erschwert und zu einer Art „Rinderstau“ geführt.

Im ersten Quartal 2022 waren die Rinderschlachtungen trotz größerem Lebendangebot gegenüber der Vorjahresperiode um 6 % rückläufig, gleichzeitig stieg in den Mastanlagen der Feedlots die Tierzahl um 9,5 % auf ein neues Rekordniveau.

Mittlerweile arbeiten einige Schlachtunternehmen in einer Sechs-Tage-Woche um den Stau zu lösen, doch immer wieder fehlen Mitarbeiter wegen Corona-Quarantäne und auch ausländische Arbeitskräfte sind kaum im Land. Das MLA hat deshalb seine Prognose für die Rinderschlachtungen gegenüber dem Jahresbeginn um 650.000 Tiere gesenkt und erwartet nun für 2022 ein Schlachtaufkommen von knapp 6,5 Mio. Tieren; das wären nur 2,7 % mehr als im Krisenjahr 2021.

Durch die höheren Schlachtgewichte soll Australiens Rindfleischerzeugung im Vorjahresvergleich aber um 4,5 % auf 1,98 Mio. t zunehmen.

10 % Wachstum 2023

Für 2023 wird eine deutlich höhere Wachstumsrate von mehr als 10 % erwartet. Die Schwierigkeiten bei der Rindfleischerzeugung werden laut MLA auch die Exporte weniger stark zunehmen lassen als bisher angenommen.

Die Analysten prognostizieren jetzt einen Anstieg der Ausfuhren gegenüber 2021 von knapp 6 % auf 1,38 Mio. t, ein Jahr später sollen es rund 1,57 Mio. t werden. Der Lebendexport von Rindern soll 2022 und 2023 dagegen mit etwa 500.000 Tieren nicht einmal mehr halb so hoch ausfallen, wie das noch Ende des vergangenen Jahrzehnts der Fall war.

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