Kartoffeln

Steigende Kartoffelexporte, aber geringere Importe

Die in diesem Jahr bessere Versorgungslage mit Kartoffeln spiegelt sich im Außenhandel wider. Es wird weniger importiert, aber mehr exportiert.

Der Export wird vor allem von der Nachfrage in Ost- und Südeuropa angetrieben. Auch im September zeigt sich beim Export von Konsumkartoffeln, dass zwar in Richtung Westen etwas weniger Ware fließt als in den Vorjahren, was aber durch umfangreichere Lieferungen in Richtung Ost- und Südeuropa mehr als ausgeglichen wird. Mit 76.500 Tonnen schrumpften die Lieferungen in die Niederlande beispielsweise um 16 Prozent, die Exporte nach Belgien mit 31.000 Tonnen sogar um 20 Prozent. Auch wenn der Rückgang in Richtung dieser beiden mit Abstand wichtigsten Lieferbestimmungen enorm ist, schaffen es lebhaftere Verkäufe in andere Regionen, das auszugleichen. Nach Italien flossen mit fast 16.000 Tonnen rund 22 Prozent mehr Kartoffeln. Nach Polen gingen mit 13.000 Tonnen sogar sieben Mal mehr Kartoffeln als in den Vorjahren und Rumänien, das sonst im Herbst nicht am Markt aktiv ist, nahm 3.000 Tonnen ab. Mehr wurde auch nach Tschechien, in die Slowakei und nach Dänemark geliefert. Darüber hinaus flossen mit großen Steigerungsraten nennenswerte Mengen in den arabischen Raum und nach Südostasien. Insgesamt stiegen die Exporte im September um acht Prozent und erhöhten die Gesamtmengen des ersten Quartals auf 536.000 Tonnen (Vorjahr: 450.000 Tonnen).

Der Produktexport läuft nicht ganz so gut. Vor allem sind das Kartoffelchipsgeschäft und die Ausfuhr von Trockenprodukten ruhig geblieben. Der Absatz von TK-Pommes frites nahm allerdings an Fahrt auf. Ein Zuwachs im September von 16 Prozent minderte den Rückgang im ersten Quartal der Saison auf minus vier Prozent.

Der Import von Konsumkartoffeln spiegelt die gegenüber dem Vorjahr bessere Versorgungslage hierzulande wider. Im September schrumpften die Zufuhren gegenüber dem Vorjahresmonat um 47 Prozent. Vor allem haben hiesige Vermarkter kaum noch Konsumkartoffeln aus Frankreich bezogen, die damals zum Schließen von absehbaren Versorgungslücken zeitig nötig waren. Der Markt nahm aber auch weniger aus Österreich, Dänemark und aus den Niederlanden auf. Eine bessere Rohstoffversorgung der hiesigen Verarbeitungsindustrie drückt auch die Zufuhren fast aller Kartoffelprodukte – von Chips über Pommes frites und gekühlter Spezialitäten bis hin zur Kartoffelstärke. Nur Trockenprodukte aus den Niederlanden wurden umfangreicher eingeführt. AMI

Artikel geschrieben von

Christian Brüggemann

Redakteur Markt

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