Rapsmarkt

UFOP warnt vor zu großer Abhängigkeit von Importraps

Die deutschen Ölmühlen kaufen immer mehr ausländischen Raps. Zweidrittel der Ware müssen mittlerweile importiert werden. Die UFOP sieht darin ein Versorgungsrisiko.

Der Anteil von ausländischem Raps an der gesamten Verarbeitungsmenge der deutschen Ölmühlen hat in der ersten Saisonhälfte 2020/21 trotz der größeren Rapsernte 2020 einen Rekordwert erreicht. Wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) vergangene Woche berichtete, belief sich das gesamte Verarbeitungsvolumen von Juli bis Dezember 2020 auf rund 4,8 Mio t Raps. Das waren 5 % mehr als im Vorjahreszeitraum und die höchste Menge seit vier Jahren.

Nach Angaben der UFOP haben die deutschen Ölmühlen in den vergangenen Jahren allerdings immer weniger inländischen Raps verarbeitet. Nur noch rund ein Drittel stammte in der ersten Saisonhälfte 2020/21 aus dem Inland. In den drei Vorjahreszeiträumen hatte der Anteil noch bei jeweils 41 % gelegen. Überwogen hatte Inlandsraps zuletzt 2016/17 mit einem Anteil von 52 %.

Importraps günstiger?

Die AMI wies darauf hin, dass für die Entwicklung des Importanteils der Rapsversorgung deutscher Ölmühlen auch der Preis für die ausländische Ware maßgeblich sei. Die betreffenden Offerten seien zuletzt offenbar sehr attraktiv gewesen, obwohl das bundesdeutsche Rapsaufkommen von 3,5 Mio t im vergangenen Jahr das Niveau von 2019 um etwa 700 000 t übertroffen habe.

Der UFOP warnte, dass der zunehmende Import von Raps mit Versorgungsrisiken einhergehe, unter anderem wegen möglicher staatlicher Eingriffe in den Export der Herkunftsländer. Außerdem seien wichtige Lieferanten wie die Ukraine und andere osteuropäische Rapserzeuger von Wetterextremen betroffen gewesen, so dass sich das Lieferrisiko in den vergangenen Jahren erhöht habe.

UFOP: Ölmühlen sollten Raps vorkaufen

Deshalb empfahl die Förderunion den Verarbeitern, ihre Rohstoffversorgung bereits im Zuge der nächsten Rapsaussaat soweit wie möglich zu sichern. Für die Vermittlung entsprechender Kontrakte spiele der Agrarhandel eine entscheidende Rolle, betonte die UFOP. AgE

Aktuelle Raps-Erzeugerpreise finden Sie hier.


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

2/3 Raps aus dem Ausland -

und dann heißt es immer der "heimische Rapsanbau"! Da haben wir doch schon wieder die nächste Lüge der Ernährungsindustrie dieses Landes. Es muß ja auch nichts auf der Verpackung stehen, woher der Raps kommt. Selbst wenn auf der Verpackung stehen würde "mit heimischen Raps", so ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Kaum mehr zu glaubwürdig..!

„Grooooße Rapsernte“ - man kann nur noch k....(ich entschuldige mich für meine Unflätigkeit, alles andere aber wäre untertrieben), angesichts solch euphorischer Einschätzungen. Alleinig „Top-Betriebe“ gehen von Durchschnittserträgen beim einstigen „schwarzen Gold“ von ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Raps in den Tank?

Wird nicht passieren. Zum einen hätten die Ölmultis was dagegen, zum anderen "Mama Staat". Schließlich könnten da ja dann Steuern abgehen.

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