Drohende Billigimporte?

Ukrainische Geflügelfirma bekommt 100 Mio. Euro-Kredit von der EU

Brüssel gewährt einem Geflügelkonzern aus der Ukraine einen großen Kredit zum Kauf eines Fleischproduzenten. Europapolitiker warnen, dass dann uneingeschränkt zollfreie Hühnerfilets-Importe durch die Hintertür in die EU gelangen.

Die MHP Agroholding, der führende Hersteller von Geflügelfleisch in der Ukraine, erhält laut Medienberichten von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) einen Kredit in der Höhe von 100 Mio. Euro für den Erwerb des slowenischen Fleischproduzenten Perutnina Ptuj. Mit der Übernahme kann MHP seine Aktivitäten in der Europäischen Union weiter ausdehnen.

Kritiker warnen laut aiz.info vor uneingeschränkten zollfreien Hühnerfilets-Importen in die EU durch die Hintertür. Hühnerbrustfilets aus der Ukraine landen dann als billige EU-Ware auf dem Markt, äußerten schon im Mai 2018 die EU-Abgeordneten Annie Schreijer-Pierik und Jeroen Lenaers aus den Niederlanden (beide Europäische Volkspartei) sowie Jim Nicholson aus Nordirland (Europäische Konservative und Reformer) ihre Bedenken in einer schriftlichen parlamentarischen Anfrage. Laut ihnen umschiffen ukrainische Produzenten die Zollabgaben mit einer speziellen Zurichtung (Brustteil mit einem kleinen Teil des Flügels), auf die keine Abgaben im Rahmen der "vertieften und umfassenden Freihandelszone" (DCFTA) entfallen.

Die Europäische Vereinigung der Geflügelfleischproduzenten (AVEC) zeigte sich "erstaunt" über die Entscheidung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie über deren Begründung in der Projektzusammenfassung, die folgendermaßen lautet: "Der Zweck des Darlehens besteht darin, die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an Perutnina Ptuj durch die MHP-Gruppe über ein Projekt zu finanzieren und diese in ihrer Strategie zur Ausweitung der Geschäftstätigkeit in der EU zu unterstützen."

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Anton Hoser

Die ukrainischefirma kauft deutsche Industriewaren zb. Fendt! Und die mus bezahlt werden Schaut euch die fendt CD an Go ost !

von Torsten Kremershof

Europa - Wahl !!!!

23 - 26 .05 . 2019 Termin vormerken . Gelle !

von Rejs .

Es wird endlich Zeit, dass sich in der Agrarpolitik der EU was ändert, anstatt die deutsche Agrarpolitik immer mehr zu verschärfen. In Deutschland träumen sie von einer ökologischen Bilderbuchlandwirtschaft, während in der EU das Ziel: ,, Wachsen oder Weichen`` lautet. Während wir Lebensmittel auf höchstem Niveau produzieren, wird der Müll aus dem Ausland importiert und für wenig Geld verramscht. Da können ja unsere Preise nicht besser werden!

von Andreas Demann

Von irgendwo muss ja das billige Fleisch kommen was angeblich ja gar keiner will. Ammoniak, Feinstaub,QS,und Tierschützer sind dann erst mal weit genug weg.

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