Ukrainekrieg

Ungarn schränkt Getreideexporte ein

Angesichts drohender Engpässe auf dem Getreidemarkt fällt Ungarn erneut negativ auf, indem es den Export einschränkt. Sämtliche Getreideexporte werden nun einzeln geprüft und müssen genehmigt werden.

Obwohl sich in der vergangenen Woche die Landwirtschaftsminister in vielen EU-Mitgliedsländern bemühten, Befürchtungen hinsichtlich einer Lebensmittelknappheit infolge des Ukraine-Krieges zu zerstreuen, wachsen in einzelnen Staaten beziehungsweise bei bestimmten Produkten offenbar doch die Sorgen.

Die ungarische Regierung zeigte sich am Wochenende höchst besorgt wegen der Preisexplosion an den internationalen Getreidemärkten und reagierte mit einer vorläufigen Einschränkung der Getreideexporte. Diese soll mindestens bis zum 15. Mai gelten.

Laut Landwirtschaftsminister Dr. István Nagy sind seit nun alle Ausfuhren von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Mais, Sojabohnen und Sonnenblumenkernen anzeigepflichtig. In jedem Fall werde untersucht, ob das jeweilige Unternehmen mit den Lieferungen die Versorgungssicherheit Ungarns einschränken könnte. Sei dies der Fall, mache der Staat von seinem Vorkaufsrecht zu marktüblichen Preisen Gebrauch, erläuterte Nagy. Nicht betroffen sind ihm zufolge lediglich humanitäre Lebensmittellieferungen.

In Deutschland und Spanien ist die Krise nun offenbar auch in den Supermärkten angekommen. Medien berichteten hierzulande wie auch auf Mallorca von Hamsterkäufen bei Sonnenblumenöl, da Verbraucher wegen des Krieges in der Ukraine drastische Preissprünge befürchten und sich massenhaft eindecken. Discounter haben deshalb auf der Mittelmeerinsel eine maximale Abgabemenge von 5 l eingeführt. Auch in Deutschland haben erste Discounter die Abgabe rationiert. Bei Aldi Süd erhalten Kunden beispielsweise vorläufig maximal 4 Literflaschen.


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