US-Handelsstreit: EU verhängt ab Juli Strafzölle für Mais

Als Antwort auf die von den USA verhängten Zölle auf Einfuhren von Stahl und Aluminium plant die EU-Kommission, ab Juli 2018 Gegenzölle zu erheben. So soll ein Strafzoll von 25 % auf Einfuhren von Mais aus den USA eingehoben werden, meldet aiz.info.

Als Antwort auf die von den USA verhängten Zölle auf Einfuhren von Stahl und Aluminium plant die EU-Kommission, ab Juli 2018 Gegenzölle zu erheben. So soll ein Strafzoll von 25 % auf Einfuhren von Mais aus den USA eingehoben werden, meldet aiz.info. Die EU-Kommission hat sich auf eine Liste mit betroffenen Erzeugnissen verständigt und diese der WTO mitgeteilt, sagte am Mittwoch Handelskommissarin Cecilia Malmström.

Die EU-Kommission hat sich dafür entschieden, gleich die gesamte Liste für Strafzölle heranzuziehen und nicht nur Teile davon. Der Wert der davon betroffenen US-Produkte summiert sich auf 2,8 Mrd. Euro, für die zumeist ein 25%iger Strafzoll erhoben werden soll.

Auf dieser Liste stehen Agrarerzeugnisse im Handelswert von 347 Mio. Euro. Mais hat mit 131 Mio. Euro daran den höchsten Anteil, gefolgt von Cranberries mit einem Handelswert von 68 Mio. Euro und Kidneybohnen mit 62 Mio. Euro. Hinzu kommen verarbeitete US-Erzeugnisse aus Agrarrohstoffen im Wert von rund 600 Mio. Euro, von denen der größte Teil Whiskey ausmacht.

Nach den Regeln der WTO dürfte die EU Strafzölle für US-Produkte im Wert von 6,4 Mrd. Euro verhängen, womit nicht einmal die Hälfte des Möglichen ausgenutzt wird. Die EU-Kommission behält sich deshalb vor, die Strafzölle auf weitere US-Erzeugnisse auszudehnen, sobald das Schiedsgericht der WTO über die Klage der EU im Handelsstreit mit den USA ein Urteil gefällt hat.

Malmström sprach in diesem Zusammenhang von einer "maßvollen, angemessenen Reaktion der EU" auf die illegalen US-Strafzölle auf europäische Stahl- und Aluminiumexporte. Man bedauere, diesen Schritt setzen zu müssen, der im Übrigen dem internationalen Handelsrecht entspreche, "aber die USA haben uns keine andere Wahl gelassen".


Diskussionen zum Artikel

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von Frank Groenewold

Hoffendlich kommen bald auch Strafzolle auf Autos.Wir Bauern müssen eh immer drunter leiden

von Gerd Uken

Wir müssen das ganze sowieso

Wieder ausbaden- Futter wird teurer werden weil knapper. Der Mais wird ja nicht nur zu Popcorn verarbeitet und Zrump wirsches sich nicht nehmen lassen dann auch unsere Agrarexporte mit Zöllen zu belegen- reine Sandkastenspielchen auf Kosten der Bauern auch der eigenen die ihn gewählt hatten

von Manuela Grammann-Gebken

@ Esser

Dann müssten die Löhne der Arbeiter und Angestellten massiv erhöht werden, sonst reicht es nicht mehr für Miete und essen.

von Heinrich Esser

@Karlheinz Gruber

Vielen Dank! Genau das sage ich auch immer. Damit würden viele Probleme gelöst werden. Die Frage ist nur, wer diesen wichtigen Schritt für die deutschen Landwirte verhindert? Warum wird der Politik nicht Druck gemacht, dass alle Lebensmittel, die in Deutschland verkauft werden, auch dem deutschten Standard entsprechen?

von Karlheinz Gruber

Wie wäre es denn

wenn alle Produkte, die zu uns reingelassen werden, auch erst mal den hohen Produktionsstandart hätten, den wir haben. Das fängt bei den zugelassenen PSM Mitteln an und hört bei der Fläche der Tiere im Stall auf. Danach können wir uns weiter über Zölle unterhalten. Und kontrollieren könnten es auch unsere CC Kontrolleure. Und zwar mit Kontrollquoten von min. 25 % aller Einfuhren. Nicht nur ob das Blatt beschrieben wurde... Aber am Anfang sollten jetzt mal die Standards geregelt sein. Das würde dem Verbraucher und uns helfen. Nicht die Billigpampe mit Atrazin aus den USA oder Südamerika, Nicht die Regenwaldabgeholzten Weizenbestände usw... Öffnung nach aussen ja, aber nur wenn die Standard alle gleich sind. Funktioniert bei der Wirtschaft komischer weise....

von Heinrich Roettger

Strafzölle auf Mais sind richtig

Auch das Russland Embargo aufheben, damit unsere Milchprodukte die Moskauer Bevölkerung wieder erreichen können.

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