USA bleiben wahrscheinlich größter Sojaproduzent

Den ersten Platz auf der Weltrangliste der Sojaproduzenten werden wahrscheinlich auch in diesem Wirtschaftsjahr die USA behaupten können.

Den ersten Platz auf der Weltrangliste der Sojaproduzenten werden wahrscheinlich auch in diesem Wirtschaftsjahr die USA behaupten können. Die Experten des Washingtoner Landwirtschaftsministeriums (USDA) haben ihre Prognose für die brasilianische Ernte wegen schlechterer Ertragsaussichten als Folge der Trockenheit im Februar nach unten korrigiert, und zwar um 1 Mio t auf 87,5 Mio t. Damit würden die brasilianischen Landwirte 2 Mio t weniger Sojabohnen dreschen als die US-Farmer, die 2013 davon schätzungsweise 89,5 Mio t einbrachten. Die Prognosen zum brasilianischen Aufkommen sind allerdings noch mit einiger Unsicherheit behaftet, denn die Haupternte endet dort erst Anfang Juni. Das globale Aufkommen der weltweit wichtigsten Ölsaat veranschlagen die US-Experten für 2013/14 jetzt auf die Rekordmenge von 284 Mio t; das wären 15,9 Mio t oder 5,9 % mehr als im Vorjahr.

Argentinische Ernte schleppend

Ihre Ernteprognose für Argentinien, den drittgrößten Sojabohnenproduzenten der Welt, beließen die Washingtoner Experten bei 54 Mio t. Damit liegen sie 500 000 t unter der Vorhersage der Getreidebörse in Buenos Aires vom 10. April. Der Börse zufolge hatten die argentinischen Landwirte die Ernte zu diesem Zeitpunkt auf 14 % insgesamt rund 20 Mio ha abgeschlossen; sie hinkten demnach deutlich dem Erntetempo im Vorjahr hinterher. Laut Angaben der argentinischen Analysten waren zahlreiche Schläge nach den heftigen Regenfällen Anfang April vernässt, so dass die Ernte und auch der Transport der Bohnen in Argentinien aufs Erste weiterhin spürbar behindert werden dürfte. Für Paraguay rechnet das USDA jetzt mit einem Sojabohnenaufkommen von 8,1 Mio t, womit die außergewöhnlich hohe Vorjahresmenge lediglich um 200 000 t unterschritten würde. Den drei südamerikanischen Ländern zusammengenommen sagen die Washingtoner Experten ein Rekordaufkommen von 149,6 Mio t voraus.

Preisprognose leicht angehoben

Mit Verweis auf die umfangreicheren Exporte und die geringeren Endbestände im eigenen Land hoben die Washingtoner Marktexperten ihre Prognose für den durchschnittlichen US-Sojaerzeugerpreis in diesem Wirtschaftsjahr um 1,30 Euro/t an. Für das noch bis Ende August 2014 dauernde Vermarktungsjahr wird jetzt mit einem mittleren Erlös zwischen 12,50 $/bu (332 Euro/t) und 13,50 $/bu (359 Euro/t) gerechnet; das wäre ein Abschlag von 6 % bis 13 % gegenüber dem für 2012/13 geschätzten Durchschnittspreis für Sojabohnen ab Hof von 14,40 $/bu (383 Euro/t). An der Terminbörse in Chicago konnten die Sojabohnen-Futureskurse seit der Veröffentlichung des jüngsten Ministeriumsberichts allerdings kräftig zulegen. Händler begründeten den deutlich höheren Aufschlag zum Juli mit dem sehr „bullischen“ Monatsbericht des US-Ölmühlenverbandes (NOPA) vom Dienstag vergangener Woche (15.4.). Dieser deute nämlich darauf hin, dass die USDA-Prognose für die Verarbeitung in den USA zu niedrig angesetzt sei. Die attraktiveren Preise dürften die US-Farmer zusätzlich ermutigen, in diesem Jahr mehr Sojabohnen anzubauen.


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