Fruchthandelsverband

Warnung vor leeren Obst- und Gemüseregalen

Wer aus Spanien nach Deutschland einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test vorzeigen. Der Fruchthandelsverband sorgt sich nun um den Nachschub an Obst aus dem Süden.

Die Corona-Einreiseregeln auch für Lkw-Fahrer machen dem Deutschen Fruchthandelsverband (DFHV) Sorgen. Anlässlich der Verschärfung der Vorgaben Ende Januar warnte der Verband vor leeren Obst- und Gemüseregalen in Deutschland.

Die Bedingungen für die Einreise seien für die Fahrer von Lebensmitteltransporten innerhalb weniger Stunden so verschärft worden, dass es kaum noch möglich sei, Obst und Gemüse zum Beispiel aus Spanien nach Deutschland zu importieren. Dabei sei Spanien mit einem Anteil von rund 30 % einer der Hauptlieferanten von Obst und Gemüse in das Bundesgebiet.

„Wir brauchen auch in Corona-Zeiten einen Versorgungskorridor für frisches Obst und Gemüse, sonst drohen leere Regale im Handel“, stellte DFHV-Geschäftsführer Dr. Andreas Brügger klar. Gemeinsam mit anderen Verbänden habe man die Bundesregierung bereits frühzeitig auf die möglichen Konsequenzen hingewiesen, leider ohne Ergebnis. Daher fordere der DFHV europaweit verbindliche Regelungen wie sie mit der Green-Lanes-Richtlinie der EU bereits definiert seien.

„So werden zum einen die Grenzen für den freien Verkehr von Waren offengehalten und zum anderen Gesundheitsschutz und Versorgungsicherheit gewährleistet“, unterstrich Brügger. Im Übrigen seien nicht nur die Verbraucher in Deutschland betroffen, sondern auch die spanischen Produzenten, die bereits jetzt erheblich unter der Corona-Pandemie litten.

Die Nachfrage nach Obst und Gemüse in Deutschland wird zu großen Teilen aus dem Ausland gedeckt. Laut Zahlen der Bundesregierung schwankte der Selbstversorgungsgrad in den zurückliegenden zehn Jahren bei Obst zwischen 9 % und 15 %, bei Gemüse zwischen 35 % und 39 %.

Wer aus Spanien nach Deutschland einreisen will, muss seit dem 24.1.2021 an der Grenze einen negativen Corona-Test vorweisen können.

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