2. DBV-Erntebericht

Weizenerträge können Flächenrückgänge nicht ausgleichen

Die Weizenernte lässt ein Ertragsniveau von 7,5 t pro Hektar erwarten. Es geht aber langsamer als gedacht voran. Die Rapsernte läuft dagegen zügig bei 3,4 t pro Hektar.

Der zweite Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zeigt, dass die Getreideernte aufgrund von Unterbrechungen durch Niederschläge langsamer vorankommt als in den Vorjahren.

„Die Ernte des Winterweizens ist regional sehr unterschiedlich weit vorangeschritten. Für den Fortgang der Ernte brauchen wir beständige und trockene Witterungsverhältnisse. Regional gehen die ersten Weizenbestände ins Lager. Dies kostet bei weiteren Ernteverzögerungen nicht nur Ertrag, sondern mindert auch die Qualität des Erntegutes“, betont DBV-Präsident Joachim Rukwied im Hinblick auf die Ernte der wichtigsten Getreideart im deutschen Anbau.

Die Druschergebnisse der bisher geernteten Weizenbestände lassen im Bundesdurchschnitt ein Ertragsniveau von 7,5 t pro Hektar erwarten. Damit lägen die Erträge bei großen regionalen Schwankungen in etwa im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 (7,6 t pro Hektar) und entsprechen dem Vorjahresertrag.

Die Erntemenge wird nach derzeitigen Schätzungen mit 21,4 Mio. t (Vorjahr: 22,8 Mio. t) jedoch deutlich geringer ausfallen und vor allem erneut unter dem fünfjährigen Durchschnitt (2015 bis 2019) in Höhe von 23,3 Mio. t liegen.

Ursächlich hierfür ist die aufgrund schwieriger Aussaatbedingungen im Herbst 2019 verringerte Weizenanbaufläche von 2,84 Mio. ha (- 7 % gegenüber 2019). „Die Juni-Niederschläge haben die Weizenerträge stabilisieren können. Allerdings sind die bisherigen Ergebnisse noch nicht endgültig. Wir hoffen, dass später abreifende Bestände stärker von der besseren Wasserversorgung profitieren konnten“, so Rukwied weiter.

Die Ernte der wichtigsten Ölpflanze in Deutschland, dem Winterraps, ist in den meisten Regionen in vollem Gange, vielerorts bereits weit fortgeschritten. Die Druschergebnisse entsprechen mit einem Ertrag von 3,4 t pro Hektar dem mehrjährigen Durchschnitt und übertreffen die Vorjahreserträge in Höhe von 3,3 t pro Hektar um 2,5 %.

Mit einer Steigerung um knapp 15 % auf 3,2 Mio. t dürfte die Erntemenge dagegen deutlich höher als im zurückliegenden Jahr (2,8 Mio. t) ausfallen. Die höhere Erntemenge geht somit maßgeblich auf die Ausweitung der Anbaufläche um gut 100.000 ha auf 953.000 ha (+ 11,7 %) zurück.

Auch wenn für einen zügigen Fortgang der Getreide- und Rapsernte sommerliche Witterungsverhältnisse nötig sind, so fehlt der Vegetation insgesamt weiterhin Wasser. Gerade die Ertragsbildung der im Herbst zu erntenden Kulturen Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben ist nur bei ausreichender Wasserversorgung möglich. Dies gilt auch für den Grünlandaufwuchs, auf den die tierhaltenden Betriebe zum Aufbau ihrer Futterreserven dringend angewiesen sind.

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Diskussionen zum Artikel

von Wilfried Maser

Denken wir,

wirklich es würde als so weitergehen, dass wir in der Lage sind, jedes Jahr den Ertrag pro ha zu steigern???

von Gerhard Steffek

Weniger Ertrag???

macht doch nichts! Kaufen wir halt auf dem Weltmarkt ein. Das wir damit den Hungernden das letzte Korn vor der Nase wegkaufen interessiert dabei ja nicht. Es sind ja nur 690 Mio. Menschen die nicht wissen woher sie ihr Essen bekommen sollen.

von Peter Held

Weltmarkt

Die EU ist ein Weizenüberschussgebiet, wenn Weizen verkauft wird geht der nach Nordafrika. Die härteste Konkurrenz sind die Russen und die Ukrainer auf diesem Markt - in diesem Jahr wohl nicht. Brasilien ist für gentechnisch kontaminiertes Soja gut, aber nicht für Weizen, dann eher ... mehr anzeigen

von Otto Klapfenberger

Ist doch völlig egal wie hoch der Ertrag ist,

Selbst bei 4to/ha Weizen wird es keinen besseren Preis geben.

von Josef Doll

Und wenn man nur 4 To Erntet

Regelt die Düngeverordnung das es das nächste Jahr nicht mehr, mehr geben darf/kann. Das ist die neue Ertragsbegrenzung bereits in der Düngeverordnung eingebaut. Brasilien muss ja liefern können ach nein das Ausland muss ja unsere Exporte bezahlen können so heißt das . Brasilien ... mehr anzeigen

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