Weltweite Getreidenachfrage für Biokraftstoffe stagniert

Trotz der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Getreidepreise dürfte die globale Nachfrage aus der Biokraftstoffherstellung im laufenden Wirtschaftsjahr stagnieren. Gemäß jüngster Prognose sollen 2014/15 weltweit insgesamt 153,3 Mio t Getreide zur Gewinnung des alternativen Kraftstoffs eingesetzt werden;

Trotz der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Getreidepreise dürfte die globale Nachfrage aus der Biokraftstoffherstellung im laufenden Wirtschaftsjahr stagnieren. Davon geht zumindest der Internationale Getreiderat (IGC) aus. Gemäß dessen jüngster Prognose sollen 2014/15 weltweit insgesamt 153,3 Mio t Getreide zur Gewinnung des alternativen Kraftstoffs eingesetzt werden; das wären lediglich 0,2 Mio t oder 0,1 % mehr als die für 2013/14 geschätzte Menge. Klarer Vorreiter bei der Herstellung von Biostreibstoff aus Getreide sind nach wie vor die USA, die der aktuellen Saison voraussichtlich 130,9 Mio t Getreide - hauptsächlich Mais – verspritten sollen. Das wären ca. 0,7 % weniger als im Vorjahr.

Der Getreiderat verweist auf Prognosen der US-Energiebehörde (EIA), wonach der gesamte Benzinverbrauch im Land aufgrund der sparsameren neuen Automodelle sinken wird. Da die Beimischung von Ethanol zum fossilen Kraftstoff nahezu ausgereizt ist, führt ein rückläufiger Benzinverbrauch aber auch zu einem niedrigeren Ethanolbedarf. In der Kampagne 2013/14 war in den USA die Verwendung von Getreide in dieser Verwertungsschiene, gestützt auch durch einen lebhaften Ethanolexport, um 9,1 % auf 131,9 Mio t gestiegen, nachdem sie im Vorjahr um etwa 7 % eingeschränkt worden war.

Im Gegensatz zu den USA wird die Biotreibstoffproduktion in der EU 2014/15 nach der Vorhersage des IGC wachsen; hinsichtlich des diesbezüglichen Getreidebedarfs rechnen die Londoner Getreidemarktfachleute mit einer Zunahme um 6,3 % auf 10,6 Mio t, wovon 5,8 Mio t auf Mais und 3,7 Mio t auf Weizen entfallen sollen. Dies entspricht aber nur einem Anteil von 3,4 % an der für 2014/15 veranschlagten Getreideproduktion in der Gemeinschaft, während es in den USA fast 31 % sind.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Andreas Beckhove

Redakteur Markt

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