Internationaler Rapshandel

Weniger Rapsimporte aus der Ukraine, mehr aus dem Baltikum

Deutschland hat in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2020/21 mehr Raps als im Vorjahreszeitraum importiert. Die Handelsströme haben sich zudem verschoben.

Deutschland hat im Zeitraum Juli bis November des Wirtschaftsjahres 2020/21 die Gesamtmenge von 2,9 Millionen Tonnen Raps importiert. Das entspricht einer Steigerung von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eine Entwicklung, die angesichts der 2020 größeren Rapsernte in Deutschland überrascht, aber mit dem wettbewerbsfähigen Angebot aus dem Baltikum, der Ukraine und Kanada in den Monaten nach der Ernte zusammenhängen dürfte. Die Ukraine bleibt, bezogen auf den Betrachtungszeitraum, die wichtigste Rapsherkunft für Deutschland. Doch Einfuhren in Höhe von 541.000 Tonnen von dort reichen an die rekordhohen 638.200 Tonnen des Vorjahres nicht heran.

Der Grund ist, dass die Ukraine im Jahr 2020 mit 2,5 rund 1,0 Millionen Tonnen weniger Raps als im Vorjahr geerntet hat, was deren exportierbare Überschüsse entsprechend verringert. Dafür kommen größere Mengen aus Kanada, das aufgrund der diplomatischen Auseinandersetzung mit seinem einst wichtigsten Rapskäufer, China, seinen Anteil am EU-Markt ausgebaut hat. Die bis Ende November gelieferten 210.700 Tonnen entsprechen einem Anstieg von 53,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Doch auch die EU-Staaten steuerten große Mengen bei. Darunter sind wie gewohnt Polen, Frankreich und Ungarn auf den vorderen Rängen zu finden, aber auch Rumänien, das seine Rapslieferungen nach Deutschland mit 210.000 Tonnen mehr als verdoppelt hat.

Für die größte Überraschung sorgte jedoch das Baltikum, vor allem Litauen und Lettland. Dort wurden nicht nur Rapsernten auf Rekordhöhe erzielt, das Angebot für den Export erreichte nie dagewesene Höhen. Frankreich, Großbritannien, aber auch Deutschland waren dankbare Abnehmer für diese Ware. Die Bundesrepublik hat in den ersten fünf Monaten der laufenden Saison 208.000 Tonnen aus Litauen und 206.700 Tonnen aus Lettland erhalten, was Steigerungen von 254 und 181 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. (AMI)


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