Kritik

WLV: Preissenkung für Schlachtschweine ist kurzsichtig

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband kritisiert die Preissenkung für Schlachtschweine um 6 Cent.

Um 6 Cent ist der Preis für Schlachtschweine in der vergangenen Woche gesunken. Für WLV und DBV ist diese Preissenkung völlig unverständlich, ist sie doch ein vollkommen falsches Signal an den Lebensmitteleinzelhandel. Statt kurzsichtiger Preissenkungen sollte die Schlachtbranche lieber das Ziel verfolgen, den Schweinepreis in der gesamten Kette bis hin zum Verbraucher auf hohem Niveau zu halten.

Der Bauernverband begründet seine Kritik - trotz aktuell leicht rückläufiger Verbräuche - mit der seit längerem zu beobachtenden rückläufigen Erzeugung (minus 3,9 Prozent gegenüber 2018). In den kommenden Monaten sei kaum mit einem Ende dieser Entwicklung zu rechnen. Gestützt wird die Prognose auf die Viehbestandserhebung im Mai, nach der innerhalb nur eines halben Jahres der Mastschweinebestand um 4,7 Prozent zurückgegangen ist. Hinzu kommt der weiterhin sehr große Importbedarf insbesondere von China, wo sich kein Ende der Afrikanischen Schweinepest abzeichnet.

Zu den Preisen: top agrar Schweinemarkt

Schweinepreisentwicklung spaltet Europa

Die Entwicklung der aktuellen Schlachtschweinenotierungen in der Europäischen Union ist in der vergangenen Woche unterschiedlich verlaufen. Nördlich der Alpen ließen sich schlachtreife Tiere nur mit Abschlägen vermarkten, während mehrere Erzeuger im Süden Aufschläge erhielten. Mitverantwortlich hierfür waren die differierenden Tendenzen am Fleischmarkt.

In Mittel- und Nordeuropa macht Analysten zufolge die Fleischnachfrage wegen der abgereisten Urlauber und geschlossener Wurstfabriken eine Sommerpause, während im Süden die Touristen das Geschäft zumindest teilweise beleben. In Deutschland kommt erschwerend hinzu, dass aufgrund der Einfuhrsperre der Philippinen neue Absatzmärkte gefunden werden müssen.

Die hiesigen Schlachtbetriebe drängten aufgrund der Probleme am Fleischmarkt auf eine weitere Senkung ihres Einkaufspreises für das Schlachtvieh. Dem konnte laut der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) nicht vollständig ausgewichen werden; die Notierung für Schlachtschweine ging am vergangenen Mittwoch (17.7.) um 3 Cent auf 1,74 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) zurück. Dabei habe das kleine Schlachtschweineangebot gut ausgereicht, um den ferienbedingt geringen Bedarf der Schlachter zu decken, berichtete die VEZG.

In Österreich war das Lebendangebot nach Angaben des Verbandes landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten (VLV) sehr klein, der Fleischmarkt dennoch gut versorgt. In der Alpenrepublik ging die Notierung ebenfalls um 3 Cent auf 1,74 Euro/kg SG zurück. Danish Crown berichtete von einem gewissen Preisdruck für Schweinefleisch am EU-Binnenmarkt und auch bei asiatischen Kunden. Das Unternehmen nahm seinen Ankaufspreis für Schweine um umgerechnet 2,7 Cent/kg SG zurück. Zudem gab die belgische Notierung um 2 Cent/kg Lebendgewicht (LG) nach, und auch in den Niederlanden erlösten Schlachtschweine weniger Geld.

Wann liefert das DMK endlich?

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Renke Renken

Das System

krankt an allen Enden

von Ralf Müller

Ja schon komisch

Mussten die 250 kg Schweinefleisch aus Polen wohl mit in der Lieferung um den Preis zu drücken?

von Rainer Hoffmann

Komisch

Rindfleisch u Milch Erzeuger Preise gehen dem Verband trotz höherer Futter Kosten u Auflagen sonst wo vorbei ,bzw unterstützen es sogar um die Export Chance zu verbessern da mit billig die Welt leichter zu erobern ist u man den anderen damit wohl die Lust verderben will um über diese Strategie die Marktanteile zu erhöhen .

von Gerd Uken

Bin zwar nicht der Schweineexperte

Wenn man jedoch 250 kg polnisches Schweinefleisch unter deutschem Fleisch auf den Phillipinen findet dann muss man sich nicht wundern . Da werden die sich ihr Schweinefleisch wohl eher bei den Amis besorgen. Genauso verhält es sich jetzt mit den 90.000 to Rindfleisch die jetzt auf den europäischen Markt drücken...... schlägt sich gleich im Rindfleischpreis nieder. So was hat der Herr Röhring denn nun vor??!

von Werner Kriegl

Schadensersatz?

Was ist mit dem Betrieb der polnisches Fleisch in einer deutsche Lieferung an die Philippienen gehabt hat? Der ist doch der Auslöser für die Importsperre gewesen, oder? Aber wehe, beim Bauer fehlt eine Ohrmarke....

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