Lämmeraufzucht

Jerseykuh als Amme für Schaflämmer

Es sieht ungewöhnlich aus, scheint aber zu funktionieren: Eine Jerseykuh zieht nicht nur ihr eigenes Kalb groß, sondern bewährt sich gleichzeitig auch als Amme für Schafslämmer.

Johannes Eichhorn ist Wanderschäfer aus Schernfeld in Oberbayern. Seine Herde besteht aus 1.200 Muttertieren der Rasse Merinolandschaf. Über das Jahr verteilt gibt es insgesamt drei sogenannte Lammzeiten, in denen Nachwuchs zur Welt kommt. Optimal ist es natürlich, wenn die Lämmer bei ihrer Mutter aufwachsen. Bei Drillingsgeburten oder einer zu schwachen Milchleistung der Mutter ist das jedoch nicht immer möglich. Die Aufzucht mit Milchaustauscher ist allerdings sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv.

Die Idee mit der Jerseykuh

Ein Fakebild auf Instagram zeigte eine Holstein-Kuh mit zwei jungen Lämmern. „Da kam mir die Idee“, berichtet Johannes Eichhorn. „Jerseykühe sind deutlich kleiner als ihre Kolleginnen des Typs Deutsche Holstein. Die Lämmer kommen so besser ans Euter. Auch die Milchinhaltsstoffe liegen näher an denen der Schafsmilch. Mein Gedanke war, dass sich Jerseys deshalb gut für die Aufzucht von Lämmern eignen könnten.“ In seiner Meisterarbeit startete er einen Versuch in der eigenen Herde. Eine Vergleichsgruppe wuchs klassisch muttergebunden auf. Die zweite Gruppe bekam Milchaustauscher und die dritte Gruppe hatte einer Jerseykuh zur Amme. Das Ergebnis: Eine Jerseykuh als Amme stellt eine sehr gute Alternative zur Milchaustauschertränke dar, besonders im Hinblick auf die täglichen Zunahmen und den Arbeitszeitbedarf.

Seitdem befindet sich Kuh Leni inmitten der großen Schafherde. Neben ihrem eigenen Kalb zieht sie in der Spitze 12 bis 14 Lämmer gleichzeitig groß, die in den ersten zwei Lebenstagen optimalerweise erst Biestmilch von der eigenen Mutter aufnehmen. Der Wanderschäfer möchte auf Dauer gerne zwei bis drei Jerseykühe in der Herde laufen lassen, die sich um die Aufzucht der Lämmer kümmern.


Eine weitere außergewöhnliche Amme gibt es auch in Irlands Süden: